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Kisendra Basnet: Sushi-Künstler aus Leidenschaft

Bildung & Beruf · · 2 Min. Lesezeit · von Harriet von Schwerin
Kisendra Basnet, Inhaber von Hokkaido Sushi in Nienstedten bei der Arbeit.
Kisendra Basnet, Inhaber von Hokkaido Sushi in Nienstedten bei der Arbeit.

Kisendra Basnet spricht lieber über guten Lachs und seine Heimat Nepal als über sich selbst. Gemeinsam mit seiner Frau Meena betreibt er Hokkaido Sushi in Nienstedten – mit frisch zubereitetem Sushi, Bowls und nepalesischen Momos.

Richtig gern erzählt Kisendra Basnet, nicht von sich. Lieber spricht er über Nepal, wo er geboren wurde oder über die Herkunft und Güte von Lachs. Gemeinsam mit seiner Frau Meena (gesprochen Miina) lebt er seit knapp 20 Jahren in Deutschland. Zunächst betrieb er sein Geschäft im kleinen Ladenlokal an der Rupertistraße rechts neben dem Metzger Hübenbecker. Als der dann sein Geschäft schloss, wollte Kisendra Basnet expandieren.

„Seit acht Jahren habe ich das Geschäft in Nienstedten – vorher habe ich in einem Sushi-Geschäft in der City eine Ausbildung gemacht. Zehn Jahre habe ich dort als Angestellter gearbeitet und gelernt, dann sagte ich mir ‚Ok, vielleicht mache ich es selbst besser.‘ Hier in Nienstedten war ein Platz frei und Platz für eine Expansion.“

Kisendra Basnet

Monatelang war es damals nicht möglich, rüber in die leere Metzgerei zu ziehen. „Behörden mussten prüfen, ob hier ein Restaurant-Betrieb sein darf.“ Und das war noch nicht alles: „Der Ladenbauer war auch nicht fleißig“, beanstandet der Unternehmer. Aber heute hat er statt des einen Stehtisches drei Tische im Laden, zwei draußen Richtung Up de Schanz und viel Platz für die Zubereitung der Speisen.

Kisendra Basnet, Inhaber von Hokkaido Sushi in Nienstedten.
Kisendra Basnet

Meena unterstützt ihn im Geschäft. Die beiden haben sich in Kathmandu kennengelernt, wohin Meena als Zehnjährige mit ihren Eltern zog und wo sie nach der Schule Buchhaltung studierte. Ihr Studium war von kurzer Dauer, weil Meena bald ein Kind erwartete. Trotzdem könne sie ihr Wissen jetzt gut im Geschäft anwenden, sagt Basnet. Alle zwei Jahre besuchen sie ihre Familien zu Hause. Ihr Sohn, erzählt Meena, habe gerade seinen Abschluss gemacht. Abi hinter sich und dann im Geschäft helfen – die Laune des Sohnes, der an diesem Tag Kisten in den Lagerraum trägt, ist nicht ganz so sprühend.

Alles bei Hokkaido-Sushi wird frisch zubereitet. Viele Kunden bestellen per Telefon und kommen 20 Minuten später vorbei. Abgesehen von Sushi gibt es große Bowls mit Huhn, Lachs oder Tofu. Typisch nepalesisch sind die „Momos“, Teigtaschen gefüllt mit Hähnchen oder – vegan – mit „Hackfleisch“ aus Weißkohl, Möhren, Frühlingszwiebeln und Ingwer. Der Lachs kommt aus Schottland, wird ebenso wie Gemüse geliefert. Morgens, sagt Kisendra, arbeitet er in seinem Schrebergarten, wo er Zucchini und anderes Gemüse anbaut. Nicht fürs Geschäft, sondern für zuhause.

Harriet von Schwerin
Harriet von Schwerin
Redakteurin Print
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