725 Jahre Blankenese

Drei Kirchen in Blankenese und ihre ganz unterschiedlichen Geschichten

Blankenese · · 2 Min. Lesezeit · von Jörg Marwedel
Die Neuapostolische Kirche
Die Neuapostolische Kirche

Gemessen an Blankeneses 725-jähriger Geschichte sind seine drei Kirchen erstaunlich jung. Die evangelische Kirche am Markt kam Ende des 19. Jahrhunderts hinzu, zwei weitere Gotteshäuser folgten 1930. Ihre Architektur und Geschichte könnten unterschiedlicher kaum sein.

1896 wurde die heutige evangelische Kirche am Markt eingeweiht. Bis dahin mussten die gläubigen Blankeneser ins Gotteshaus nach Nienstedten pilgern. Die katholische Kirche “Maria Grün“ an der Schenefelder Landstraße wurde erst 1930 eingeweiht. Ebenso die Neuapostolische Kirche in der Godeffroystraße.

Die evangelische Kirche am Markt
Die evangelische Kirche am Markt

Die neugotische Kirche am Blankeneser Marktplatz mit kreuzförmigem Grundriss hat als bedeutendstes Ausstattungsstück einen bronzenen Taufkessel aus dem 13. Jahrhundert. Er wurde von der Nienstedtener Kirche bei der Einweihung übergeben, denn das Blankeneser Gotteshaus wurde als Nienstedtener Tochterkirche gegründet. Die vom Künstler Siegfried Assmann entworfenen Kirchenfenster wurden größtenteils 1958 eingebaut. Bei der Auswahl der Motive sind neben den christlichen Themen auch die Bezüge zum Wasser und zur Fischerei sichtbar. Zudem besitzt die Kirche seit 1991 eine Beckerath-Orgel mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur, so dass unübliche Klangkombinationen möglich sind. Der Innenraum wurde 2010 komplett renoviert.

Die katholische Kirche Maria Grün
Die katholische Kirche Maria Grün

Die katholische Kirche Maria Grün ist ein Beispiel für die Kirchenbauten der Weimarer Republik. Der Bau mit seinen runden Raumkörpern, den beiden Zylindern und dem quaderförmigen Eingangs- und Glockenturm stand der Idee des Neuen Bauens nahe. Prägend für den Innenraum sind die Fenster des Malers Heinrich Campendonk mit fünf überlebensgroßen Engeln. Seit 1963 hat auch diese Kirche eine Beckerath-Orgel. Seit marode Regenwassersiele zu Unterspülungen der Kirche und zu immer mehr Rissen im Mauerwerk geführt haben, ist seit März 2025 klar, dass die denkmalgeschützte Kirche in den kommenden Jahren für mindestens 1,6 Millionen Euro saniert werden muss.

In der Neuapostolischen Kirche wird fast alles ehrenamtlich erledigt. Es gibt Video-Gottesdienste, mal ein Straßenfest oder ein Gospel-Konzert. Aber die Zahl der Gläubigen ist seit 2006, als es einen heftigen innerkirchlichen Streit gab, deutlich zurückgegangen. 2006 gab es noch 160 Mitglieder, am ökumenischen Bibelsonntag im Januar nahmen 60 Menschen teil.

Die evangelische Gemeinde hat etwa 5.800 Mitglieder, die katholische Kirche, die zusammen mit den Kirchen St. Paulus-Augustinus (Groß Flottbek), St. Bruder Konrad (Osdorf) und St. Maria (Altona) eine Pfarrei bildet, hat zusammen etwa 10.000 Mitglieder.

Jörg Marwedel
Jörg Marwedel
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