725 Jahre Blankenese

Eine Sammlung sucht ein Zuhause

Blankenese · · 2 Min. Lesezeit · von Dr. Eva-Maria Hanebutt-Benz
Fischerhaus
Der Eingang zum Fischerhaus mitten im Blankeneser Treppenviertel.

Seit fast 100 Jahren gibt es den Wunsch nach einem Museum für Blankenese. Heute kämpft eine Arbeitsgruppe darum, die historische Sammlung zu sichern und wieder sichtbar zu machen – doch dafür werden dringend geeignete Räume benötigt.

Seit 1927 wurde der Gedanke verfolgt, hier ein Museum für Blankenese einzurichten, Pläne, die erst ab 2001 realisiert wurden, als vom (späteren) Förderkreis drei Räume zu einem lokalen Museum gestaltet wurden. 2017 musste das Gebäude für eine grundlegende Sanierung geräumt werden, in dem seit der Wiedereröffnung 2023 nur noch eine Stube museal genutzt werden kann. Die von Blankeneser Bürgern geschenkten oder geliehenen Objekte blieben verpackt auf dem Dachboden oder in Privatwohnungen deponiert; das Museum wurde arbeitsunfähig und unsichtbar. Zu Beginn dieses Jahres hat sich eine Arbeitsgruppe aus dem Umfeld der Vereine Förderkreis Historisches Blankenese und Blankeneser Bürgerverein gebildet, deren Ziel die Weiterführung des ehemaligen Fischerhaus-Museums ist.

Das Hauptanliegen der neuen Arbeitsgruppe ist, die Bestände vor Beschädigungen oder Schwund zu bewahren, sie digital zu inventarisieren und dokumentieren. Hinzu kam die Betreuung der Museumsstube im Fischerhaus. Verbesserungen sind in Arbeit, wie die Erstellung von Informationsmaterial für die Besucher und die Komplettierung der Einrichtung; eine neuerworbene Vitrine wird kleine Objekte sicher zur Schau bringen. Auch werden andere Museen zu möglichen Konzepten und Finanzierungsmodellen kontaktiert.

Auf der Suche nach neuen Räumen

Zurecht wird von Blankeneser Bürgern nach ihren Schenkungen und Leihgaben gefragt. Eine Bestandsaufnahme kann aber nicht ohne geeigneten Raum geschehen, in dem die Stücke sicher und klimatisch unbedenklich untergebracht und erfasst werden können. Erst nach deren Abgleich mit den alten Inventarlisten können wieder Ausstellungen konzipiert werden, die im Fischerhaus oder an anderen Orten stattfinden würden. So galten die Bemühungen von Anfang an der Suche nach einer neuen Unterkunft. Anfragen beim Goßlerhaus oder Katharinenhof wurden negativ beantwortet, waren aber nicht erfolglos. Mit dem Kunsthaus Baurs Park, der im Aufbau befindlichen Institution für zeitgenössische Kunst und kulturelle Veranstaltungen, entstand eine langfristige Kooperation.

Noch gibt es die Hoffnung, dass im Fischerhaus Raum für die Museumsarbeit bereitgestellt werden kann. Da dies aktuell aber nicht abzusehen ist, möchten wir alle Interessierten dazu aufrufen, das Projekt zu unterstützen. Denn das bereits totgesagte Museum lebt!  Das zeigt sich auch daran, dass erneut viele historisch wertvolle Sammlungsstücke zugesagt wurden, deren Übernahme zurzeit nur am fehlenden Platz scheitert. Diese kulturellen Erinnerungswerte dürfen nicht verlorengehen! Die Arbeitsgruppe bittet daher um jeden Hinweis, ob es Räume in Blankenese gibt, die mäzenatisch oder zu geringfügiger Miete langfristig zur Verfügung gestellt werden könnten.
Um die Sammlung und damit das Museum zu retten, braucht es ein neues Zuhause!

Das Fischerhaus, Museum für Blankenese

Kontakt:
Dr. Eva Hanebutt-Benz,
eva.hanebutt-benz@t-online.de
für die Museums-AG im Förderkreis
Historisches Blankenese

Artikel teilen