725 Jahre Blankenese

Strandleben in Blankenese: Feriengefühl direkt vor der Haustür

Blankenese · · 4 Min. Lesezeit · von Klaus Schümann
Picknick am Elbstrand
Picknickdecke statt Liegestuhl: Am Blankeneser Elbstrand stellt sich das Urlaubsgefühl direkt vor der Haustür ein.

Die Sonne scheint, die Elbe plätschert und die großen Schiffe ziehen zum Greifen nah vorbei: Am Blankeneser Elbstrand braucht es nicht viel für ein bisschen Urlaubsgefühl. Ein Streifzug durch einen Ort, an dem Großstadt, Hafen und Ferien ziemlich nah beieinanderliegen.

Herz, was willst du mehr? Da bist du mit der Bergziege entspannt zum Strandweg runter (Parken geht nicht!), nimmst deine sieben Sachen und findest ein Plätzchen am Strand. Das geht ganz einfach. Dann fächerst du die Decke auf, platzierst deine Naschereien und nimmst allein, mit Begleitung oder als Familie Platz am Elbufer, wo die Welt in dem Moment am schönsten ist. Du hast nicht drei Stunden am Flughafen verbracht, kein Stress mit Koffern, Verspätungen, Tickets und Passwörten gehabt. Du bist einfach angekommen und fühlst dich wohl. Und mal unter uns: Es ist letztlich egal, ob du nun Blankeneserin oder Blankeneser bist – lass dich einfach fallen. Wenn dann bei dir eine Mischung aus Fernweh und Zuhausefühlen auftaucht, ist das dein Problem.

Hunde am Elbstrand
Wenn nicht so viel los ist, tummeln sich gern mal die Hunde der Anwohner und Spaziergänger im Sand.

Ein Strandvergnügen, dass dir abenteuerliche und gigantische Schiffe direkt vor die Nase führt, findest du auch nicht gerade an jedem Fluss. Nimm Freunde und Bekannte von außerhalb mit und lass sie mit ihren Gedanken allein, wenn wieder mal ein Gigant gemächlich an ihren Augen vorbeizieht. Wer hat schon die Giganten der Meere so hautnah und dabei ein Feriengefühl vom Feinsten? Dann erklärst du deinen Gästen, dass die Schiffe hier nicht schneller als mit 12 Knoten (22 km/h) fahren dürfen, denn sonst droht „auflaufendes Wasser“, was nicht nur nass macht, sondern auch gefährlich sein kann. Hinzu kommen Strömungen, die von Badenden mit Unkenntnis häufig unterschätzt werden. Es kommt immer wieder zu Todesfällen. Man sollte hier schon sehr vorsichtig sein, dann steht dem Erlebnis nichts im Weg. Und wenn ihr Glück habt, dann ziehen gerade so richtig satte Größen durchs Blickfeld. Du hast das Gefühl, die werfen Schatten, wenn beispielsweise die Queen Mary 2 mal wieder vorbeischaut. Aber du merkst, dass der Kopf frei wird, lässt die Gedanken zum Horizont wandern und überlegst, ob du dir nachher noch einen Gefallen tun solltest. Spontan lädst du deine Begleitung zum gesellig-entspannten Abendessen in die Strandweg-Gastronomie ein – die Angebote sind vielfältig und ausreichend – und deine Gäste werden begeistert sein.

Elbstrand im Winter
Auch in der kalten Jahreszeit hat der Blankeneser Elbstrand seinen Reiz – dann allerdings deutlich ruhiger als im Sommer.

Was den Einheimischen vertraut ist, kommt dir möglicherweise surreal vor. Was geht hier eigentlich ab? Eigentlich ist es nur das Leben und Treiben am Rande einer Großstadt mit Nähe zum Wasser, das allerdings etwas mehr bietet als ein paar Boote. Hier schifft die Welt vorbei, hier siehst du die Entwicklung der Schifffahrt, des Handels und des Fortschritts. Es gibt die Geschichte eines Paares aus der Schweiz, die erstmals ein paar Tage in Hamburg und an der Elbe verbrachten. Sie haben nach der ersten Nach berichtet, dass sie erst am frühen Morgen ins Bett kamen, weil sie die vor ihrem Balkon vorbeifahrenden Riesen-Schiffe einfach nicht fassen konnten und stets auf das nächste warten wollten. „Ein unglaubliches Erlebnis!“, erinnerte sich der Schweizer Besucher.

Abend am Elbstrand
Wenn es dunkel wird, zeigt sich der Blankeneser Elbstrand von seiner stilleren Seite – mit den Lichtern der Schiffe auf der Elbe.
Voller Elbstrand
Wenn viel los, freuen sich die Besucher über Feriengefühle an der „hanseatischen Riviera“ ...

Tja, und so etwas wie Ebbe und Flut haben wir hier natürlich auch. Manchmal muss man das erklären, warum das Wasser der Elbe hin und her läuft und sich am Strand mal mehr mal weniger zeigt. Wer sich auskennt, weiß, wie sich die Tide verhält. Oder anders gesagt, wann hier Hochwasser und wann Niedrigwasser ist. Ja, und dann sind hier noch die Segler und Seglerinnen vom MSC und BSC, den beiden Blankeneser Segelclubs. Das MSC steht für Mühlenberger Segel Club und das BSC für den Blankeneser Segel Club. Beides alteingesessene Vereine, die sich quasi aus natürlichem Grund dem Segelsport verpflichtet sehen. Sie bewegen sich in einem Segelrevier, das schon eine besondere Aufmerksamkeit verlangt, denn die dicken Pötte sind nicht so beweglich und man sollte sich nicht zu nahe kommen. Alles eine Frage der Kenntnis. Es gibt viel zu entdecken beim Strandurlaub.

Zum Schluss tue den Einheimischen den Gefallen und nimm deinen Müll wieder mit, dann kannst du auch gern wiederkommen und dich am Blankeneser Elbstrand erfreuen. Du wirst es sicherlich in Erinnerung behalten. Denn was ist dagegen schon Waikiki-Beach?

Klaus Schümann
Klaus Schümann
Herausgeber und Chefredakteur
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