Standortschließung: Zieht sich Globus aus Lurup zurück?
Die Hamburger Standortstrategie der Globus Gruppe führt zur Schließung einer Filiale in Lurup. Bis Ende September 2026 bleiben Details zum Sozialplan noch Gesprächsthema zwischen dem Unternehmen, Betriebsrat und Partnern. Kunden zeigen sich betroffen.
Globus in Lurup schließt?
Wir bewerten jeden unserer Standorte individuell. Maßstab sind dabei eine hohe Kundenakzeptanz sowie die Fähigkeit, den Markt nachhaltig und langfristig wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können. Die vergangenen Monate haben wir intensiv genutzt, um zu prüfen, ob eine Schließung in Hamburg im Sinne der Mitarbeitenden sowie der Kundinnen und Kunden abgewendet werden kann. Dabei hat sich gezeigt, dass sich das Globus Konzept unter den gegebenen Rahmenbedingungen vor Ort nicht dauerhaft erfolgreich umsetzen lässt“, sagt Matthias Bruch, geschäftsführender Gesellschafter der Globus Gruppe. Über die Schließungsentscheidung hat das Unternehmen Mitarbeitende und Partner bereits entsprechend informiert. Zudem wurden bereits erste Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan aufgenommen. Ziel ist es, für die betroffenen Mitarbeitenden sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln und sie bestmöglich zu unterstützen.
Die plötzliche Nachricht, dass Globus seine Markthalle in Lurup zum 30. September 2026 schließt, trifft bei Kunden und Mitarbeitern auf Unverständnis. Schließlich feierte die Filiale erst vor drei Jahren große Eröffnung. Rund 20 Millionen Euro hatte das Unternehmen in seinen ersten Standort in Norddeutschland investiert.
Besonders beliebt sind die frischen Fleischkäsebrötchen für einen Euro, die Genuss-Meile und das vielfältige Sortiment. Leider haben die Kundenzahlen das wohl nicht widergespiegelt. Von der Schließung des Standortes in Lurup sind auch die angeschlossenen Einzelhandelsgeschäfte, wie die Apotheke, Bäcker, Kinderbekleidungsgeschäft, Reinigung, Optiker und weitere betroffen. Ein Kunde erzählt: „Ich kann dass gar nicht begreifen. Der Laden ist doch gut besucht. Warum geben sie dem Ganzen nicht noch etwas Zeit?"
Globus begründet diese drastische Entscheidung in einer Pressemitteilung so:
„Wir bewerten jeden unserer Standorte individuell. Maßstab sind dabei eine hohe Kundenakzeptanz sowie die Fähigkeit, den Markt nachhaltig und langfristig wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können. Die vergangenen Monate haben wir intensiv genutzt, um zu prüfen, ob eine Schließung in Hamburg im Sinne der Mitarbeitenden sowie der Kundinnen und Kunden abgewendet werden kann. Dabei hat sich gezeigt, dass sich das Globus Konzept unter den gegebenen Rahmenbedingungen vor Ort nicht dauerhaft erfolgreich umsetzen lässt.“
Markt schließt: Mitgefühl für Mitarbeitende trifft auf wirtschaftliche Realität
Die Kundenakzeptanz hat wohl nicht ausgereicht, obwohl nicht nur Anwohner, sondern auch Kunden aus dem ganzen Hamburger Westen und Umland den Markt angesteuert haben, wie an den unterschiedlichsten Kennzeichen auf dem großzügigen Parkplatz zuerkennen ist.
Über die Schließungsentscheidung hat das Unternehmen Mitarbeitende und Partner kurzfristig Ende Juni informiert. Laut Pressemitteilung wurden zudem bereits erste Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan aufgenommen. Ziel sei es, für die betroffenen Mitarbeitenden sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln und sie bestmöglich zu unterstützen.
Das Mitgefühl für die Mitarbeiter geht scheinbar soweit, dass Anteilnehmende eine Petition zur Rettung des Globus-Filiale bei der Internetplattform change.org gestartet haben.