Ehrenamt

Rissener Bestattermeister hilft bei humanitärem Einsatz in Venezuela

Rissen · · 2 Min. Lesezeit · von Sophie Rhine
Kay Seemann in Venezuela
Kay Seemann unterstützte gemeinsam mit dem DeathCare Team die örtlichen Einsatzkräfte in Venezuela. Zum Einsatz gehörten die würdevolle Versorgung und Identifizierung von Verstorbenen unter schwierigen Bedingungen.

Wenn nach Naturkatastrophen und Großschadensereignissen die Rettungsarbeiten enden, beginnt häufig ihre Arbeit: Der Rissener Bestattermeister und Thanatopraktiker Kay Seemann unterstützte gemeinsam mit dem DeathCare Team einen humanitären Einsatz in Venezuela – und half dabei, Verstorbenen ihre Würde zu bewahren.

Wenn nach Naturkatastrophen oder anderen Großschadensereignissen die Rettungsarbeiten beendet sind, beginnt für Menschen wie Kay Seemann häufig erst die eigentliche Aufgabe. Der Bestattermeister und Thanatopraktiker aus Rissen war gemeinsam mit dem DeathCare Team e. V. bei einem humanitären Einsatz in Venezuela im Einsatz. Dort unterstützte er die örtlichen Kräfte bei der würdevollen Versorgung Verstorbener und brachte sein Fachwissen in die Identifizierung der Opfer ein.

Das DeathCare Team besteht aus speziell ausgebildeten Bestattern, Thanatopraktikern und weiteren Fachkräften. Die ehrenamtlich arbeitenden Teams werden weltweit nach Naturkatastrophen und Großschadensereignissen eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehören die Bergung und Versorgung Verstorbener, die Einhaltung hygienischer Standards sowie die Identifizierung der Opfer unter anderem anhand von Fingerabdrücken, DNA-Proben und Bildmaterial. Damit schaffen sie wichtige Voraussetzungen, damit Angehörige Gewissheit erhalten und internationale Hilfsorganisationen ihre Arbeit fortsetzen können.

Kay Seemann in Venezuela im Einsatz
Im Katastrophengebiet arbeitete Kay Seemann gemeinsam mit internationalen Helfern und lokalen Einsatzkräften. Ziel war es, den Opfern ihre Würde zu bewahren und Angehörigen Gewissheit zu ermöglichen.

Würde bewahren – auch unter schwierigsten Bedingungen

„Gerade in Katastrophengebieten ist ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen von großer Bedeutung“, sagt Kay Seemann. „Unsere Aufgabe ist es, den Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen Respekt entgegenzubringen und gleichzeitig die Einsatzkräfte vor Ort fachlich und psychisch zu unterstützen.“

Für Seemann ist das ehrenamtliche Engagement selbstverständlich. Neben seiner Arbeit im familiengeführten Beerdigungs-Institut Seemann & Söhne engagiert er sich auch in der Freiwilligen Feuerwehr Rissen. Während des Einsatzes in Venezuela arbeitete er unter anspruchsvollen Bedingungen mit internationalen Helfern zusammen. Gemeinsam verfolgten sie das Ziel, den betroffenen Menschen in einer Ausnahmesituation beizustehen und zur Identifizierung der Verstorbenen beizutragen.

Auch nach seiner Rückkehr wirkt der Einsatz nach. „Solche Einsätze zeigen, wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist – und wie viel bereits erreicht werden kann, wenn Menschen unterschiedlicher Nationen gemeinsam helfen“, sagt Seemann. Sein Engagement macht deutlich, dass humanitäre Hilfe weit über die unmittelbare Rettung von Menschenleben hinausgeht – und dass auch der würdevolle Umgang mit Verstorbenen für viele Angehörige von unschätzbarem Wert ist.

Sophie Rhine
Sophie Rhine
Redakteurin Print / Online
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