Badeinfrastruktur

Mehr Hitze, mehr Andrang: Freibäder stoßen an Kapazitätsgrenzen

Freizeit & Sport · · 2 Min. Lesezeit · von Sophie Rhine
Freibad Marienhöhe
An heißen Sommertagen zieht es Tausende Hamburger in die Freibäder. Während der Hitzewelle Ende Juni mussten einzelne Anlagen den Einlass zeitweise verlangsamen, um einen sicheren Badebetrieb zu gewährleisten.

Wenn Hamburg ins Schwitzen gerät, wächst der Andrang auf die Freibäder. Doch ausgerechnet an den heißesten Tagen mussten mehrere Anlagen den Einlass zeitweise begrenzen. Eine Kleine Anfrage in der Bürgerschaft zeigt nun, wo die Badeinfrastruktur an ihre Grenzen stößt – und warum die Diskussion über Kapazitäten und Personal neue Fahrt aufnimmt.

Als Ende Juni die Temperaturen in Hamburg auf über 30 Grad kletterten, mussten mehrere Bäder den Einlass zeitweise drosseln. Der Senat spricht von einer „Verlangsamung des Einlasses“, um die Sicherheit im Wasser zu gewährleisten. Eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt nun jedoch, dass hinter den Engpässen mehr steckt als ein außergewöhnlich heißes Wochenende.

Betroffen waren am 27. Juni unter anderem das Billebad, das Kaifubad, das Festland, das Familienbad Rahlstedt, die Schwimmhalle Inselpark und das Bad Bondenwald. Zwischen 14.30 und 15.30 Uhr wurde der Zutritt dort verlangsamt, weil deutlich mehr Besucher kamen und diese wegen der Hitze länger blieben als üblich. Gleichzeitig verlängerte Bäderland in den Freibädern Osdorfer Born und Marienhöhe die Öffnungszeiten an diesem Wochenende jeweils um eine Stunde am Morgen und am Abend.

Weniger Sommerbäder, kleinere Wasserflächen

Die Zahlen zeigen, dass sich Hamburgs Bäderlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat. Gab es 1990 noch 13 klassische Sommerfreibäder, sind es heute nur noch acht. Insgesamt stieg die Zahl der Freibäder zwar von 14 auf 15, gleichzeitig nahm die Wasserfläche jedoch von 32.500 auf 26.650 Quadratmeter ab. Die Größe der Liegewiesen kann Bäderland derzeit nicht beziffern. Eine entsprechende Vermessung soll erst künftig erfolgen.

Während der Hitzetage wurden außerdem in einigen Kombibädern Hallenbereiche geschlossen, um Personal und Besucher zu entlasten. Im Festland blieb das Indoor-Sportbecken geschlossen, in den Anlagen Bondenwald und Billstedt waren die Hallenbäder außer Betrieb. Der Saunabetrieb wurde vollständig eingestellt.

Personalsituation bleibt angespannt

Auch beim Personal sieht der Senat weiterhin Herausforderungen. Im Durchschnitt waren 2025 rund 29 Stellen unbesetzt, nachdem es 2024 noch etwa 38 gewesen waren. Bis Ende Juni dieses Jahres schrieb Bäderland bereits 144 Stellen aus und stellte 95 neue Mitarbeiter ein. Hintergrund ist unter anderem die hohe Fluktuation bei Saisonkräften. Zudem werden Beschäftigte aus dem wegen Modernisierungsarbeiten geschlossenen Holthusenbad vorübergehend an anderen Standorten eingesetzt. Die Zahl personalbedingter Ruhetage ist in den vergangenen Jahren allerdings zurückgegangen. Waren es 2022 noch 23 Tage, lag der Wert 2025 bei zehn und bis Ende Juni 2026 bei sechs Tagen.

Die Linksfraktion sieht dennoch erheblichen Handlungsbedarf. Ihr umweltpolitischer Sprecher Stephan Jersch kritisiert die Entwicklung deutlich: „Die nächsten richtig heißen Tage stehen schon vor der Tür – doch bereits die letzte Hitzewelle hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht.“ Erweiterte Öffnungszeiten habe es zwar in zwei Freibädern gegeben, der Anspruch, an heißen Tagen in Schwimmbädern Abkühlung zu finden, werde aber durch Kapazitätsengpässe begrenzt. Jersch fordert deshalb unter anderem einen vergünstigten Eintrittspreis bei Hitzeereignissen.

Sophie Rhine
Sophie Rhine
Redakteurin Print / Online
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