Moderne Dermatologie

Dermatologin Katharina Herberger: „Gesunde Haut ist schöne Haut“

Gesundheit · · 10 Min. Lesezeit · von Pia Möller
Hier wird modernste Lasertechnologie angewendet.
Modernste Lasertechnologie kommt bei vielen Gebieten der Dermatologie zum Einsatz.

Weniger normierte Gesichter, mehr Aufmerksamkeit für die individuelle Haut: Dermatologin Dr. Katharina Herberger verbindet ästhetische Medizin mit Prävention und Hautgesundheit. Ein Gespräch über Lasertherapie, den Einfluss sozialer Medien, Hautkrebsdiagnostik und darüber, wie wir künftig altern wollen.

Sie sind Ärztin, Unternehmerin, Visionärin und eine Frau mitten im Leben. Wie viel Mut hat es Sie gekostet, die Sicherheit der Universitätsklinik Eppendorf aufzugeben, um der eigenen Vision zu folgen und ein eigenes Kompetenzzentrum für moderne Hautdiagnostik und Lasermedizin zu gründen?

Dr. Katharina Herberger Natürlich hat es mich viel Mut gekostet, auf der anderen Seite war es ein logischer Schritt für mich. Nach jahrzehntelanger Forschung und akademischer Karriere wurde mir klar, dass ich mit den neuesten Technologien untermauert durch die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse auch die besten Ergebnisse erzielen kann. Mir ist wichtig, dass ich die beste Versorgung auf meinem Gebiet anbieten kann.

Diese Beweglichkeit, auf neue Entwicklungen einzugehen, ist mit einem universitären Budget natürlich nicht möglich. Deshalb war klar, früher oder später muss ich meine Flügel ausbreiten und von der Klippe springen, um selbst zu fliegen. Wenn ich heutzutage in meine Praxis komme und es ist alles genau so, wie ich es geplant habe – mit den besten Kolleginnen und einem Fuhrpark, der seinesgleichen sucht – und nicht zuletzt in einer einladenden und eleganten Umgebung, mit dem Wissen, dass jeder, der zu mir kommt, das Optimale für sich erhalten kann, macht mich das sehr zufrieden.

Was ich an Ihrer Arbeit so besonders finde: Es geht Ihnen nicht nur um Ästhetik, sondern um echte Hautgesundheit – und damit um Prävention und nachhaltige Balance. Warum gehören diese Bereiche aus Ihrer Sicht heute untrennbar zusammen?

Ich bin zutiefst überzeugt, dass Hautgesundheit und Ästhetik ebenso wie die Zufriedenheit mit dem eigenen Äußeren eng verwoben sind. Einfach gesagt gilt das Prinzip – gesunde Haut ist schöne Haut. Diese wiederherzustellen und langfristig zu erhalten steht im Zentrum meiner Arbeit. Neueste wissenschaftliche Daten belegen meine These. Es hat sich gezeigt, dass zunächst als ästhetisch eingeordnete Laserbehandlungen, wie das Laserresurfacing gegen Falten, einen präventiven Effekt auf Hautkrebs haben. Anders gesagt: Menschen, die solche Behandlungen haben durchführen lassen, haben seltener weißen Hautkrebs. Darum geht es doch: Wir wollen Hautkrebs nicht nur früh entdecken, sondern ihn am liebsten gar nicht erst entwickeln. Dabei auch noch bestmöglich aussehen und uns ebenso fühlen.

Wir stehen heute vor der positiven Herausforderung, viel älter zu werden als die Generationen vor uns. Haben dabei aber einen sehr viel höheren Anspruch an unsere Gesundheit und unseren Lebensstil. Glücklicherweise wächst sowohl das Wissen als auch die Technologie in diesem Bereich und bietet uns neue Möglichkeiten, diesen Anspruch zu erfüllen.

Gründerin Dr. Katharina Herberger
Gründerin des Kompetenzzentrums Haut: Dr. Katharina Herberger.

Welche Risiken bestehen, wenn Schönheitsanbieter ohne ausreichendes Fachwissen Hautbehandlungen durchführen?

Die wachsende Zahl von Anbietern von Schönheitsbehandlungen, die nicht über das nötige Spezialwissen verfügen, welches man für die Behandlung der Haut benötigt, bereiten mir Sorgen. Ich halte es für extrem wichtig, dass dieser ästhetische Ansatz in fachärztliche Hände gehört.

Sie arbeiten mit modernster Lasertechnologie auf höchstem wissenschaftlichem Niveau und engagieren sich gleichzeitig in der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft. Wo stehen wir heute medizinisch wirklich – und was können moderne Lasertherapien leisten?

Die Lasertechnologie entwickelt sich stetig und erfordert ein hohes Maß an Spezialwissen. Mir ist wichtig, die neuesten Techniken zu kennen und einordnen zu können, um meinen Patienten die bestmögliche Therapie anbieten zu können. Daher engagiere ich mich in der Fachgesellschaft und fördere die Laserwissenschaft und führe in meiner Praxis eigene Studien durch. Die Einsatzmöglichkeiten von Lasern in der Dermatologie ist sehr breit gefächert. So verfügen wir über verschiedenste Laser, die die Hautregeneration fördern, damit zu strafferer, ebenmäßigerer Haut führen. Wir können störende Gefäße schonend entfernen, Haarwachstum fördern oder auch störende Haare beseitigen, Pigmentunregelmäßigkeiten reduzieren oder Narben aller Art verbessern und Hautkrebs behandeln, um nur einige Anwendungsgebiete zu erwähnen.

Wie haben sich Laserbehandlungen in den letzten Jahren in der Dermatologie etabliert? Können diese Behandlungen Eingriffe hinauszögern oder gar ersetzen?

In den letzten Jahren haben viele dieser Laserbehandlungen Eingang in die Behandlungsempfehlungen der Dermatologie gefunden, was zeigt, wie hoch der Nutzen dieser Behandlungen ist.

Das besondere an Lasern ist, dass wir so gezielt behandeln können. Dass es sich in der Regel um schmerzarme und schonende Therapien handelt. Diese lassen sich gut mit anderen Therapieansätzen verbinden wie beispielsweise Biostimulatoren. Das sind Stoffe, die in die Haut injiziert werden und die Kollagenproduktion fördern. Die Kombinationstherapien sind so gut, dass sie teilweise operative Eingriffe ersetzen oder hinauszögern können.

Die ästhetische Medizin hat sich in den letzten Jahren stark verändert – weg vom idealisierten Aussehen, hin zu frischer, gesunder und natürlicher Ausstrahlung. Würden Sie sagen, dass High-End-Ästhetik heute vor allem bedeutet, die eigene Natürlichkeit zu bewahren?

Das stimmt genau. Der Trend der letzten Jahre geht glücklicherweise zu natürlichen Gesichtszügen. Wir haben eine Dekade hinter uns, in der Falten einfach mit Hyaluron aufgefüllt wurden und zum Teil zu grotesken Gesichtsveränderungen geführt haben.

Es geht bei einem ästhetisch attraktiven Gesicht aber nicht darum, einfach Falten weg zu spritzen. Vielmehr steht die gezielte Unterstützung und Erhaltung der Gesichtsarchitektur und der Hautqualität im Vordergrund. Dabei geht es im Kern darum, jedes Gesicht und jeden Menschen individuell zu betrachten und dann gezielt Behandlungen zu planen, die langfristig zu einem guten Ergebnis führen.

Kann man die Hautalterung verlangsamen?

Im Laufe des Erwachsenenalters, etwa ab dreißig, verliert die Haut an Spannkraft und das Gesicht beginnt langsam, zu altern. Eine sinnvolle Kombination aus Wirkstoffen in der Pflegeroutine, gezielt geplante Behandlungen zur Kollagenstimulation wie fraktionierte Laser, zum Beispiel der Mosaic Laser oder Radiofrequenzneedling, können dann den Erhalt der Hautqualität unterstützen. Ich vergleiche das immer gerne mit dem Fitnessstudio für die Haut – regelmäßige Reize führen zu einem nachhaltigen Ergebnis.

Durch den undifferenzierten Einsatz ästhetischer Maßnahmen, haben manche einen schlechten Ruf erhalten. Botox ist das beste Beispiel. Jeder denkt an unbewegliche Gesichter – dabei hat sich der Einsatz völlig verändert. Wir verwenden es sehr viel gezielter, beispielsweise, um die Brauen anzuheben und Schlupflider zu mindern. Ich sage immer altern tun wir unweigerlich, wie wir dabei aussehen, das ist verhandelbar.

„Altern tun wir unweigerlich, wie wir dabei aussehen, das ist verhandelbar.“

Dr. Katharina Herberger

Was viele vielleicht gar nicht wissen: Ihre Praxis begleitet Menschen jeder Generation: Jugendliche mit Akne oder Aknenarben, aber auch Menschen mit Verbrennungsnarben oder anderen Hautveränderungen, die das Leben hinterlassen hat. Solche Themen gehen oft weit über die Haut hinaus und können auch Körpergefühl, Nervensystem und Selbstempfinden beeinflussen. Umso wertvoller sind vernetzte Blicke auf die Patienten. Können Sie erklären, welche Möglichkeiten moderne Lasermedizin heute wirklich bietet?

Das ist das Besondere an der Dermatologie. Wir haben es mit allen Altersgruppen zu tun und behandeln teilweise ganze Familien. Die Bedürfnisse verändern sich im Laufe des Lebens, und wir bieten zu vielen Fragen die passenden medizinischen und technischen Antworten. So behandeln wir beispielsweise Kinder mit angeborenen Gefäßveränderungen wie Feuermalen genauso wie Heranwachsende mit Akne.

Im Laufe des Lebens geht es dann häufig um andere Dinge wie Rosazea, störende Pigmente oder einfach die Veränderungen, die unsere Haut im Laufe des Lebens durchmacht. Wichtig ist, dass wir für die verschiedenen Bereiche Spezialisten haben. So ist unser neuester ärztlicher Zuwachs, Professor Dr. Friederike Egberts, insbesondere auf das Erkennen und Entfernen von Hautkrebs spezialisiert.

Sie arbeiten mit unterschiedlichsten Kollegen aus Medizin, Therapie, Prävention und weiteren Fachbereichen zusammen. Wie wichtig ist dieses vernetzte, interdisziplinäre Arbeiten, um Menschen ganzheitlich begleiten und behandeln zu können?

Einen wirklich kompetenten Arzt erkennt man daran, dass er seine Grenzen kennt. Wir können nicht Experte für alles sein. Ich selbst habe durch meine jahrzehntelange universitäre Erfahrung einen großen Erfahrungsschatz im Bereich der dermatologischen Lasertherapie und minimalinvasiven Ästhetik.
Diese Erfahrung gibt mir die Sicherheit, meinen Patienten optimal Behandlungen anbieten zu können. Ich lege sehr großen Wert darauf, meine Patienten im Falle des Überschreiten meiner eigenen Kompetenzen in die bestmöglichen Hände eines anderen Kollegen zu übergeben.

Man sagt nicht umsonst, dass die Haut der Spiegel unserer inneren Prozesse ist. Ich sehe also häufig auch Symptome an der Haut, die ihren Ursprung außerhalb meines Fachgebiets genommen haben. Deswegen pflege ich enge, interdisziplinäre Kooperationen. Außerdem lerne ich dabei immer wieder Neues.

Hier finden die Hautbehandlungen statt.
Einladende und elegante Räume sorgen für Wohlbefinden bei der Hautbehandlung.

Aus Sicht der ganzheitlichen Medizin sind  Haut, Stressreaktionen, Hormonsysteme und stille Entzündungsprozesse – also Silent Inflammation – miteinander verbunden. Auch chronischer Stress und erhöhte Cortisolspiegel hinterlassen oft sichtbare Spuren auf der Haut. Beobachten Sie in Ihrer Praxis, dass moderne Hautbilder heute immer stärker Ausdruck des Lebensstils und des inneren Systems sind?

Das stimmt definitiv, allerdings ist die Tatsache, dass sich innere Prozesse auf der Haut widerspiegeln, nicht neu. Die Erkrankungsbilder und Ursachen unterliegen aber natürlich gewissen Trends. So haben Hautkrankheiten zugenommen, die mit unseren gesellschaftlichen Gewohnheiten zusammenhängen.

Könne Sie das näher erläutern?

Wir sehen beispielsweise sehr viel mehr Menschen mit perioraler Dermatitis, einer Überreizung der Haut durch zu viel Pflegestoffe. Das ist sicherlich Folge der übermäßig in den sozialen Medien propagierten Pflegeroutinen mit einer viel zu großen Menge verschiedener Präparate. Ein anderes Beispiel ist die rasant wachsende Prävalenz von UV-bedingtem Hautkrebs, als Folge unserer Urlaubsgewohnheiten und der Schönheitsideale der vergangenen Dekaden. Ich empfinde es als Segen, Spezialistin des Organs zu sein, an dem man den körperlichen Zustand des Menschen ohne weitere Instrumente, nur mit den Augen, den Händen und der Erfahrung ablesen kann.

„Erkrankungsbilder und Ursachen folgen Trends: Social Media nimmt beispielsweise Einfluss auf unsere Pflegegewohnheiten."

Dr. Katharina Herberger

Sie arbeiten mit modernster Diagnostik und wissenschaftlich fundiert. Was glauben Sie: Wie verändert künstliche Intelligenz aktuell die Dermatologie und insbesondere die Hautkrebsdiagnostik? Wie wichtig bleibt aus Ihrer Sicht trotz aller technologischen Entwicklungen die Erfahrung, Intuition und fachliche Kompetenz des Dermatologen?

Ich sehe die künstliche Intelligenz als weiteres hilfreiches Werkzeug, um die dermatologische Versorgung zu optimieren. Wissenschaftliche Daten haben gezeigt, dass bei der Hautkrebsvorsorge die Kombination der KI-gestützten Diagnostik, dem sogenannten Total Body Mapping, mit dem Arzt deutlich besser ist als beide alleine. Grob gesagt, findet die KI mehr Auffälliges und die erfahrene Dermatologin sortiert die harmlosen Läsionen genauer aus. Ich bin überzeugt, dass KI unseren Praxisalltag langfristig sehr zum Positiven verändern wird, daher setzen wir schon heute KI in unterschiedlichen Bereichen ein.

Was man in Ihrer Praxis sofort spürt, ist diese besondere Atmosphäre aus höchster Professionalität und gleichzeitig echter Herzlichkeit. Ihr Team wächst stetig weiter und entwickelt sich gemeinsam mit Ihnen. Wie wichtig ist dieses Miteinander für Ihre Vision moderner Medizin?

Meine Vision war, eine Praxis zu erschaffen, in die man hineinkommt und das Gefühl den besten Club der Stadt gefunden zu haben. Dabei geht es nicht nur um das Ambiente, sondern vor allem um die Atmosphäre. Diese wird ganz erheblich durch die Menschen bestimmt.

Mein Ziel ist es, dass mein Team gerne bei der Arbeit ist und sich auf die Patienten freut, die zu uns kommen. Das strahlen sie aus. Das schafft für alle das gute Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass das Team freundlich ist, sondern dass jeder das macht, was er besonders gut kann und worin er eine sehr hohe Expertise hat. Ich freue mich jeden Tag darüber, dass dies gelungen ist und wir geben uns sehr viel Mühe, dass das auch so bleibt.

Wenn Sie sich für die Zukunft eines wünschen könnten: Wie sollten wir in zehn Jahren über Schönheit, Hautgesundheit und natürliches Aging denken?

Schönheit ist etwas sehr individuelles und ich hoffe, dass wir in Zukunft wieder mehr Fokus auf das Individuum und weniger auf normierte Gesichter haben werden. Altern ist ein Privileg und dabei gesund zu sein von entscheidender Bedeutung. Für mich ist es eine Ehre, Menschen auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

Zum Abschluss: Welche drei Dinge würden Sie unseren Leserinnen und Lesern gerne mitgeben –für gesunde Haut, natürliche Ausstrahlung und einen bewussten, modernen Umgang mit Aging und Hautgesundheit?

Aus dermatologischer Sicht empfehle ich eine individuell angepasste Pflegeroutine, verbunden mit einem bewussten Umgang mit der Sonne und konsequentem UV-Schutz. Wenn es um Aging geht, sollte jeder seine persönliche Haltung dazu finden und sich möglichst eine Fachärztin oder Facharzt suchen, um die persönlichen Ziele umzusetzen. Es lohnt sich eher, strategisch in qualitativ hochwertige Behandlungen zu investieren, anstatt jeden Trend mitzumachen. Zuletzt sollte man natürlich regelmäßig zum Hautkrebsscreening gehen.

Dr. Katharina Herberger,

gehört zu den führenden Expertinnen für moderne Hautdiagnostik, Lasermedizin und anspruchsvolle ästhetische Dermatologie in Deutschland. Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise, ihrer Spezialisierung auf innovative Lasertherapien und ihrem hohen Anspruch an natürliche Ergebnisse steht sie für eine neue Generation moderner Dermatologie: präzise, ganzheitlich und hoch individuell. In ihrem Kompetenzzentrum verbindet sie modernste Technologie mit medizinischer Exzellenz, Prävention und einem tiefen Verständnis dafür, wie eng Hautgesundheit, Wohlbefinden und Ausstrahlung heute miteinander verbunden sind.

Pia Möller
Osteopathin und Gesundheitsexpertin
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