Lufthafen schenkt schwer kranken Kindern seit 15 Jahren ein Zuhause
Im Altonaer Kinderkrankenhaus gibt es einen Ort, der bewusst nicht wie eine Klinik wirken soll. Seit 15 Jahren bietet der Lufthafen langzeitbeatmeten Kindern und Jugendlichen medizinische Versorgung, Gemeinschaft und ein Zuhause – und entlastet damit auch ihre Familien.
Wer den Lufthafen im Altonaer Kinderkrankenhaus betritt, denkt nicht sofort an eine Intensivstation. Hinter den Türen hängen bunte Poster, im Gemeinschaftsraum wird gemeinsam gegessen und gespielt, im Garten warten Hochbeete und barrierefreie Spielgeräte. Seit 15 Jahren verbindet die Wohnstation mit angeschlossenem Intensivbereich medizinische Versorgung mit einem möglichst normalen Alltag – für Kinder und Jugendliche, die dauerhaft auf Beatmung angewiesen sind.
Rund 2.000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche in Deutschland leben Schätzungen zufolge mit einer Langzeitbeatmung. Für viele Familien ist die Versorgung zu Hause kaum zu bewältigen. Im Lufthafen finden die Betroffenen deshalb nicht nur professionelle medizinische Betreuung, sondern auch Gemeinschaft und ein Zuhause auf Zeit oder dauerhaft.
Ein Zuhause statt Krankenhaus
Die Idee entstand auf der Intensivstation des AKK. Immer mehr langzeitbeatmete Kinder konnten nach ihrer Behandlung nicht einfach nach Hause zurückkehren, weil ihre Familien die aufwendige Pflege im Alltag nicht leisten konnten. Das Krankenhaus entwickelte deshalb ein damals bundesweit einzigartiges Konzept: eine Wohnstation direkt neben einem spezialisierten Beatmungsbereich. Zwischen 2009 und 2011 entstand auf dem Gelände des AKK ein Neubau mit sechs Wohnplätzen, Gemeinschaftsräumen und einem großen Garten. Die Baukosten von knapp acht Millionen Euro wurden überwiegend von der Stadt Hamburg und dem Bund getragen.
Heute gilt der Lufthafen als größte Einrichtung dieser Art in Deutschland. Rund 3.500 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet wurden hier bislang in mehr als 8.500 Behandlungsfällen betreut. „Ich bin stolz, dass wir mit dem Lufthafen vor 15 Jahren einen Ort geschaffen haben, an dem langzeitbeatmete Kinder eine Gemeinschaft und ein Zuhause finden“, sagt AKK-Geschäftsführerin Christiane Dienhold. „Hier treffen medizinische Professionalität und Menschlichkeit direkt aufeinander.“
Mehr als medizinische Versorgung
Viele Kinder werden über Jahre begleitet. Dadurch entstehen enge Beziehungen zwischen den Familien und den Mitarbeitenden. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie wir viele Kinder und ihre Familien unterstützen können, um deren Alltag zu verbessern“, sagt Oberärztin Dr. Anke Langhuber. „Man sieht die Kinder wachsen und darf ein wenig am Lebensweg teilnehmen.“
Auch der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Philippe Stock betont, dass der Lufthafen weit über die medizinische Versorgung hinausgehe: „Hier wird mit Herz und Leidenschaft versucht, das Leben so bunt wie möglich zu gestalten.“ Dazu tragen auch zahlreiche Spenderinnen und Spender bei. Mit ihrer Unterstützung werden immer wieder besondere Erlebnisse wie Musicalbesuche, Alpakawanderungen oder Zaubershows möglich.
Von Beginn an gehört AKK-Schirmherrin Cornelia Poletto zu den wichtigsten Unterstützerinnen des Projekts. Bereits für den Bau sammelte die Hamburger Spitzenköchin Spenden, bis heute engagiert sie sich regelmäßig für den Lufthafen. „Der Lufthafen ist für mich ein magischer Ort“, sagt sie. „Bei jedem Besuch sind die Bewohnerinnen und Bewohner wieder größer und reifer.“
15 Jahre Lufthafen – Jubiläumsfest im AKK
Wann? Samstag, 29. August 2026, 14 bis 17 Uhr
Wo? Altonaer Kinderkrankenhaus, Bleickenallee 38
Programm:
- Flohmarkt der Lufthafen-Bewohner
- Puppentheater im Garten
- Bärchenklinik
- Kinderschminken
- Streetfood von Cornelia Poletto mit „Hot Duck“ und „Hot Carrot“