Digitale Ernährungsberatung

myFoodDoctor: Mit kleinen Schritten zu einer gesünderen Ernährung

Gesundheit · · 3 Min. Lesezeit · von Dr. Matthias Riedl
Dr. Matthias Ridl zeigt die myFoodDoctor-App
Dr. Matthias Ridl mit der myFoodDoctor-App, die Menschen im Alltag bei einer bewussteren Ernährung unterstützen soll.

Gesünder essen, ohne Kalorien zu zählen und ständig auf etwas zu verzichten: Mit der myFoodDoctor-App will Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl Menschen dabei helfen, ihre Gewohnheiten Schritt für Schritt zu verändern - vom Einkauf bis zum Esstisch.

Wer gesünder leben möchte, landet schnell bei Kalorien, Verboten und komplizierten Ernährungsplänen. Doch genau darin liegt häufig das Problem, sagt Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl. „Die meisten Menschen brauchen keine weitere Diät“, erklärt er. Statt radikaler Veränderungen seien kleine, alltagstaugliche Schritte oft der nachhaltigere Weg.

Mit der myFoodDoctor-App möchte Riedl die Ernährungsmedizin deshalb für mehr Menschen zugänglich machen. Hintergrund ist eine Versorgungslücke: In Deutschland gibt es vergleichsweise wenige spezialisierte Ernährungsfachpraxen, gleichzeitig wächst der Bedarf an Unterstützung bei Übergewicht, Prädiabetes und ernährungsbedingten Erkrankungen. Die App soll diese Lücke schließen und eine Art digitalen Ernährungsberater für Zuhause bieten. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das klassische Kalorienzählen. Stattdessen basiert das Konzept auf dem sogenannten 20:80-Prinzip. Bereits kleinere Veränderungen der eigenen Ernährungsgewohnheiten können positive Effekte haben. „Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch Verbote, sondern durch Gewohnheiten, die dauerhaft funktionieren“, sagt Riedl.

Nutzerinnen und Nutzer dokumentieren ihre Mahlzeiten in einem Ernährungstagebuch und erhalten regelmäßig Auswertungen sowie individuelle Empfehlungen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Ernährungskurs, der Grundlagenwissen zu Themen wie Gemüse, Ballaststoffen, Proteinen, Zucker oder Mahlzeitenstruktur vermittelt. Dabei verfolgt die App einen anderen Ansatz als viele bekannte Tracking-Angebote. „Der Grundgedanke lautet Hilfe zur Selbsthilfe“, so Riedl. Statt starre Ernährungspläne vorzugeben, sollen Menschen ihr eigenes Ernährungsverhalten besser verstehen und Schritt für Schritt verbessern. Besonders hilfreich kann dieser Ansatz auch für Menschen mit Prädiabetes sein. Die App begleitet Nutzer zwischen Arztterminen und zeigt auf, welche Veränderungen helfen können, den Blutzucker langfristig positiv zu beeinflussen. Im Fokus stehen dabei eine bessere Mahlzeitenstruktur, mehr Sättigung und eine ausgewogene Ernährung.

Auch im Zusammenhang mit der sogenannten Abnehmspritze sieht Riedl die Ernährung weiterhin als entscheidenden Faktor. „Am Ende entscheidet nicht die Spritze über den langfristigen Erfolg, sondern das Verhalten im Alltag“, sagt er. Medikamente könnten unterstützen, eine dauerhafte Ernährungsumstellung aber nicht ersetzen. Für die Zukunft rechnet Riedl damit, dass digitale Angebote in der Ernährungsmedizin weiter an Bedeutung gewinnen werden. Sie könnten die persönliche Beratung zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Denn die entscheidenden Entscheidungen über Ernährung würden nicht in der Arztpraxis getroffen, sondern zu Hause, beim Einkauf, in der Küche oder am Esstisch.

Sein wichtigster Rat bleibt dabei erstaunlich einfach: nicht alles auf einmal verändern wollen. Wer häufiger frisch kocht, mehr Gemüse auf den Teller bringt und seine Gewohnheiten bewusst hinterfragt, habe oft bereits den wichtigsten Schritt gemacht „Gesunde Ernährung beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit einer Entscheidung im Alltag.“

myFoodDoctor-App

Die von Dr. Matthias Riedl und dem Team des Medicum Hamburg entwickelte App kombiniert Ernährungstagebuch, Coaching-Elemente und einen digitalen Ernährungskurs. Ziel ist es, Menschen bei einer langfristigen Ernährungsumstellung und der Prävention von Übergewicht zu unterstützen.

QR-Code Riedl
Hier können Sie die App herunterladen (links Apple, rechts Google).
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