Hamburger Hafen verzeichnet im ersten Halbjahr weniger Umschlag
Weniger Container, rückläufige Mineralölimporte und eingeschränkte Terminalkapazitäten: Der Hamburger Hafen schließt die ersten sechs Monate 2026 mit einem Minus ab. Zugleich entwickeln sich einige internationale Handelsverbindungen deutlich gegen den Trend.
Der Hamburger Hafen hat im ersten Halbjahr 2026 weniger Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt gingen 56,1 Millionen Tonnen über die Kaikanten – ein Rückgang um 3,1 Prozent. Neben laufenden Modernisierungsarbeiten an den Containerterminals wirkten sich vor allem geringere Mineralölimporte infolge des Iran-Kriegs auf die Bilanz aus.
Beim Containerumschlag wurden in den ersten sechs Monaten rund vier Millionen Standardcontainer (TEU) erreicht. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Minus von 3,7 Prozent. Ein Grund dafür sind Modernisierungsarbeiten an Terminals der HHLA, die zeitweise die verfügbaren Kapazitäten verringerten.
Weniger Handel mit USA und China
Auch bei den wichtigsten Handelspartnern zeigt sich ein gemischtes Bild. Besonders deutlich ging der Containerverkehr mit den USA zurück: Das Minus beträgt 13,5 Prozent. Auch im Handel mit China und Großbritannien wurden weniger Container umgeschlagen.
Andere Verbindungen entwickelten sich dagegen positiv. Der Containerverkehr mit Finnland legte um 24,7 Prozent zu, mit Singapur um 13,1 Prozent. Zuwächse gab es außerdem im Handel mit Indien und Marokko.
Mineralölimporte gehen zurück
Beim Massengut wurden insgesamt 15,9 Millionen Tonnen umgeschlagen, 1,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei entwickelten sich die einzelnen Bereiche sehr unterschiedlich: Während trockenes Massengut um 4,2 Prozent zulegte, sank der Umschlag flüssiger Massengüter um 14 Prozent.
Nach Angaben der Hafenwirtschaft wirkten sich hier vor allem die Folgen des Iran-Kriegs auf die globalen Energiemärkte aus. Seit April gingen die Mineralölimporte zurück, ebenso die Umschläge von Biodiesel. Zuwächse bei Erzimporten und Getreideexporten konnten einen Teil des Rückgangs auffangen.
Auch beim konventionellen Stückgut steht ein Minus: 535.000 Tonnen wurden im ersten Halbjahr umgeschlagen, fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als wesentlicher Grund werden geringere Exporte von Stahlerzeugnissen genannt.