Lidl-Reederei setzt auf die deutsche Flagge
Die zur Lidl-Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe gehörende Reederei Tailwind Shipping Lines hat ihr Containerschiff „Panda 001“ unter deutsche Flagge gestellt. Der Schritt gilt als Signal für den Schifffahrtsstandort Deutschland – weitere Schiffe der Flotte sollen folgen.
Das Schiff mit einer Kapazität von 5.527 Standardcontainern (TEU) wurde in Barcelona von der portugiesischen auf die deutsche Flagge umgeflaggt.
Tailwind Shipping Lines wurde 2022 gegründet, um die Lieferketten des Lebensmitteleinzelhändlers widerstandsfähiger zu machen. Heute betreibt die Reederei mehrere Liniendienste zwischen Asien und Europa sowie innerhalb Europas.
Die Umflaggung gilt zugleich als Erfolg für die deutsche Flaggenstaatverwaltung. In den vergangenen Jahren wurden Verwaltungsverfahren vereinfacht und verschiedene Zuständigkeiten gebündelt, um die deutsche Flagge für Reedereien attraktiver zu machen. Tailwind verweist auf die verbesserten Abläufe und die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder begrüßte den Schritt und bezeichnete ihn als Beitrag zur Stärkung des Schifffahrtsstandorts Deutschland. Branchenbeobachter sehen die Entscheidung vor allem als Signalwirkung: Während viele Reedereien auf internationale Register setzen, entscheidet sich Tailwind bewusst für die deutsche Flagge.
Eine Besonderheit ist der Heimathafen des Schiffes: Die „Panda 001“ fährt mit Heilbronn am Neckar als Heimathafen und ist damit das erste Seeschiff, das dort registriert ist. Heilbronn liegt in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz der Lidl-Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe in Neckarsulm.
Nach Unternehmensangaben sollen künftig auch die weiteren eigenen Schiffe sowie die derzeit im Bau befindlichen Neubauten unter deutscher Flagge fahren.