Volle Energie für die Elbfähren: HADAG nimmt erste Ladeinfrastruktur in Betrieb
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur emissionsärmeren Schifffahrt: Die HADAG hat am Fischmarkt ihre erste eigene Ladeinfrastruktur in Betrieb genommen. Die neue Anlage versorgt bereits Hybridfähren mit Strom und ist gleichzeitig die Grundlage für die vollelektrischen Fähren, die ab 2028 auf der Elbe unterwegs sein sollen.
Wer regelmäßig mit der HADAG über die Elbe fährt, wird die Veränderung zunächst kaum bemerken. Hinter den Kulissen ist jedoch ein wichtiger Meilenstein erreicht: Am Betriebsponton am Fischmarkt ist in den vergangenen Monaten eine moderne Ladeinfrastruktur entstanden, mit der die Elektrifizierung der HADAG-Flotte deutlich an Fahrt aufnehmen soll.
Die neue Anlage versorgt zunächst die drei bereits eingesetzten Hybridfähren mit Landstrom. Gleichzeitig können auch weitere Bestandsschiffe angeschlossen werden. Der eigentliche Blick richtet sich jedoch nach vorn: Ab 2028 sollen hier auch die ersten vollelektrischen Fähren der HADAG geladen werden. Insgesamt lässt sich die Anlage künftig auf zehn Ladepunkte erweitern.
Grundlage für die Antriebswende auf der Elbe
Die neue Infrastruktur ist weit mehr als eine Ladesäule am Anleger. Über das Hamburger Mittelspannungsnetz gelangt der Strom zunächst zu einem leistungsstarken Transformator auf dem Ponton. Von dort wird er auf vier flexibel positionierbare Ladepunkte verteilt, die jeweils eine Ladeleistung von bis zu 420 Kilowatt erreichen. Hybridfähren mit einer Batteriekapazität von 850 Kilowattstunden können so innerhalb von rund zwei Stunden vollständig geladen werden.
Schon heute wurde die Technik größer dimensioniert als aktuell erforderlich. Der Transformator ist bereits auf vier Megawatt ausgelegt. Nach einer zusätzlichen Netzanbindung sollen künftig bis zu zehn Schiffe gleichzeitig mit Ladestrom versorgt werden. Eine Grafik in der Presseinformation zeigt den technischen Aufbau – vom Mittelspannungsnetz über den Transformator bis zu den beweglichen Ladepunkten auf dem Ponton.
Investition in Hamburgs klimafreundliche Mobilität
Für die Freie und Hansestadt Hamburg ist die neue Anlage ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Elektrisch betriebene Fähren sollen den Dieselverbrauch senken, die Luftqualität verbessern und die Schifffahrt im Hafen klimafreundlicher machen. Während Elektrobusse inzwischen zum Stadtbild gehören, soll nun auch der Fährverkehr Schritt für Schritt elektrifiziert werden.
Auch die HADAG sieht in der neuen Ladeinfrastruktur eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft ihrer Flotte. Mit einer eigenen Anlage könne das Unternehmen unabhängiger planen und die Dekarbonisierung konsequent vorantreiben. Parallel entstehen bereits die ersten vollelektrischen Fähren, die ab 2028 auf der Elbe zum Einsatz kommen sollen.
Die HADAG auf einen Blick
Seit 1888 verbindet die HADAG den Hamburger Hafen und die Elbe. Heute betreibt das Unternehmen innerhalb des hvv acht Fährlinien mit 28 Schiffen und 18 Anlegern. An 365 Tagen im Jahr sorgen die Fähren auch bei Nebel, Sturm oder Eis für Verbindungen über die Elbe. Jährlich zählt die HADAG rund 180.000 Abfahrten und befördert bis zu zehn Millionen Fahrgäste. Mit der schrittweisen Elektrifizierung ihrer Flotte will das Unternehmen den Fährverkehr künftig klimafreundlicher gestalten.