Ozeane

„Heroes of the Sea“: Meeresschutz im Maritimen Museum

HafenCity · · 2 Min. Lesezeit · von Kai Winn
Blick in den neuen Ausstellungsbereich „Heroes of the Sea“ auf Deck 7 des Internationalen Maritimen Museums Hamburg.
Neuzugang auf Deck 7: „Heroes of the Sea“ gibt Meeresschutz-Initiativen eine Bühne.

Geisternetze, Plastikmüll und bedrohte Lebensräume: Auf Deck 7 des Internationalen Maritimen Museums Hamburg dreht sich ein neuer Themenbereich um den Schutz der Ozeane. „Heroes of the Sea“ zeigt dabei nicht nur Probleme, sondern auch Menschen und Initiativen, die aktiv dagegen vorgehen.

Dieser Beitrag wurde bereitgestellt von unserem Medienpartner HafenCity Zeitung

Ozeane sind faszinierend – und lebenswichtige Ökosysteme. Doch gut geht es ihnen nicht. Welchen Bedrohungen unsere Weltmeere ausgesetzt sind und wie wichtig konsequenter Meeresschutz ist, ruft eine neue Ausstellungsfläche im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) in Erinnerung.

Die neue Fläche ist eine sinnvolle Erweiterung des Decks 7, auf dem sich das Museum der Meeres- und Tiefseeforschung widmet. Von Bestandsthemen des Hauses wie etwa „Mikroplastik im Meer“ ergibt sich so ein fließender Übergang zum neuen Themenbereich. Noch bis Jahresende werden dort unter anderem Unterwasserfotografien von York Hovest, dem Gründer der globalen Meeresschutz-Plattform „Heroes of the Sea“, zu sehen sein.

Ein Mantarochen schwimmt vor den Azoren durch das offene Meer.
Mantarochen vor den Azoren, fotografiert vom Gründer der Plattform „Heroes of the Sea“.

NGOs geben Einblicke

Darüber hinaus stellen mehrere Initiativen aus Deutschland ihre Arbeit für den Schutz der Meere vor. Dazu gehören zum Beispiel groß angelegte Clean-ups (das Sammeln von Plastikmüll an Stränden und Ufern), globale Projekte zum Schutz mariner Tier- und Pflanzenwelten sowie Bildungs- und Aufklärungsarbeit.

Ein Kunstwerk von Bastian Fiala mit einer Meeresschildkröte als Motiv für die Initiative Pro Ocean.
Der Künstler Bastian Fiala unterstützt mit diesem Motiv die Initiative Pro Ocean.

„Die Besucherinnen und Besucher können hier ganz unterschiedliche Beispiele für aktiven Meeresschutz kennenlernen und sich über konkrete Projekte rund um den Globus informieren“, erläutert Dr. Sonja Schäfer vom IMMH. Die Wissensvermittlung kommt dabei ganz ohne erhobenen Zeigefinger aus. Dank der Quiz-Vitrine der Organisation Ozeankind erfährt man zum Beispiel, dass eine PET-Flasche 450 Jahre im Meer treibt und somit zu einem Problem mit Ewigkeitsgarantie wird. Der Künstler Bastian Fiala steuert ein Gemälde bei, das als Motiv auch Trinkflaschen der Initiative Pro Ocean ziert. Die Organisation befreit Strände von Plastikmüll und engagiert sich für Schutzprogramme für Meeresschildkröten.

Eine aus geborgenen Geisternetzen und Fangseilen gefertigte „Netzqualle“ hängt im Internationalen Maritimen Museum Hamburg.
Eyecatcher und Mahnung zugleich: aus Geisternetzen gefertigte „Netzqualle“.

Was macht die Zahnpasta im Museum?

Was aber haben Zahnpasta, Make-up, Schinken, Pudding und Tampons im Museum zu suchen? Antwort: Viele dieser Produkte enthalten Bestandteile aus Algen – etwa Verdickungs- und Geliermittel wie Agar-Agar. Ein überraschender Fingerzeig auf die Relevanz mariner Pflanzenwelten in unserem Alltag. Doch auch ökologisch sind Algen, Kelp- und Mangrovenwälder oder Seegraswiesen extrem wichtig, berichtet der Verein Salzwasser. So speichern Seegraswiesen 30- bis 50-mal mehr CO₂ als gleichgroße Wälder an Land.

Über alldem wacht ein Hingucker: die Netzqualle, ein aus Geisternetzen und Fangseilen, die aus dem Meer gefischt wurden, gefertigtes Exponat. Selten ist eine Mahnung so bunt wie diese.

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