KI beim Klönschnack

Wie wir beim Hamburger Klönschnack mit Künstlicher Intelligenz umgehen

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie ist da – in vielen Lebensbereichen, in Unternehmen, in der Kommunikation und natürlich auch im Journalismus. Seit der Veröffentlichung von ChatGPT, OpenAI, Claude oder Google Gemini  ist besonders deutlich geworden: Texte, Bilder, Ideen und Auswertungen können heute auch mit technischer Unterstützung entstehen.

Für uns beim Hamburger Klönschnack ist deshalb klar: Wir wollen offen erklären, wie wir mit KI arbeiten – und genauso klar sagen, wo für uns Grenzen liegen.

Denn bei allem technischen Fortschritt gilt für uns unverändert:
Der Klönschnack steht für menschengemachten Journalismus. Für echte Begegnungen, sorgfältige Recherche, lokale Nähe und redaktionelle Verantwortung.

KI kann uns dabei unterstützen. Sie kann Ideen liefern, Daten sortieren, Texte vorbereiten oder Arbeitsschritte erleichtern. Aber sie ersetzt nicht das journalistische Urteil, nicht das Gespräch vor Ort, nicht die Erfahrung unserer Redaktion – und schon gar nicht den Menschen.

KI als Werkzeug – nicht als Ersatz

Wir verstehen Künstliche Intelligenz als ein Werkzeug im redaktionellen Alltag. Sie kann helfen, schneller zu strukturieren, zusätzliche Perspektiven zu entdecken und bestimmte Arbeitsschritte effizienter zu machen.

Aber: KI entscheidet bei uns nicht, was relevant ist. Sie entscheidet nicht, was veröffentlicht wird. Und sie ersetzt keine redaktionelle Prüfung.

Jeder Inhalt, der im Hamburger Klönschnack erscheint, liegt in der Verantwortung unserer Redaktion. Unsere Redakteurinnen und Redakteure prüfen, bewerten, ordnen ein und entscheiden. Die KI macht Vorschläge – der Mensch trifft die Entscheidung.

Gute Geschichten beginnen oft mit einer Frage. Was bewegt die Menschen in den Elbvororten? Was verändert sich in Blankenese, Nienstedten, Othmarschen, Groß Flottbek oder Wedel? Welche Themen sind für Familien, junge Menschen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Vereine oder ältere Leserinnen und Leser besonders wichtig?

Bei der Themenfindung kann KI helfen, zusätzliche Blickwinkel zu entdecken. Wenn etwa ein neues Bauprojekt geplant ist, ein Café eröffnet, eine Schule erweitert wird oder eine Entscheidung in Politik und Verwaltung ansteht, können wir KI nutzen, um mögliche Fragestellungen zu sammeln.

Zum Beispiel:

  • Welche Aspekte könnten für junge Familien besonders relevant sein?
  • Welche wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Fragen stellen sich?
  • Welche Perspektiven sollten in der Berichterstattung nicht fehlen?
  • Welche Zielgruppen sind besonders betroffen?

Im Grunde ist das nichts völlig Neues. Auch früher haben wir solche Fragen in der Redaktion diskutiert – am Schreibtisch, am Telefon oder bei einem Kaffee. Das tun wir weiterhin. KI ist für uns lediglich ein zusätzlicher Sparringspartner, der helfen kann, keinen wichtigen Gedanken zu übersehen.

Künstliche Intelligenz kann große Datenmengen sehr schnell durchsuchen, ordnen und auf Auffälligkeiten hinweisen. Das kann besonders dann hilfreich sein, wenn es um Zahlen, umfangreiche Dokumente oder komplexe Sachverhalte geht.

Ein Beispiel: Wenn ein Haushalt, ein Geschäftsbericht, eine Statistik oder ein umfangreiches Konzept vorliegt, kann KI dabei helfen, Veränderungen, Muster oder besondere Entwicklungen schneller zu erkennen. Sie kann Hinweise geben, wo sich ein genauerer Blick lohnt.

Das ersetzt aber keine Recherche. Im Gegenteil: Es kann ein Ausgangspunkt für bessere Recherche sein.

Für uns gilt:
Fakten, die mithilfe von KI zusammengetragen werden, müssen redaktionell geprüft werden.

KI kann Fehler machen. Sie kann Zusammenhänge falsch darstellen, Informationen unvollständig wiedergeben oder Quellen missverstehen. Deshalb verlassen wir uns nicht blind auf KI-Ergebnisse. Wir prüfen Informationen gegen, vergleichen mit verlässlichen Quellen und holen – wo nötig – Einschätzungen von Menschen ein, die sich auskennen.

Auch bei der Textarbeit kann KI unterstützen. Damit meinen wir nicht, dass Artikel automatisch entstehen und ungeprüft veröffentlicht werden. Gemeint sind Arbeitsschritte, die helfen, Texte klarer, verständlicher und lesefreundlicher zu machen.

KI kann zum Beispiel Vorschläge machen für:

  • Überschriften
  • Vorspänne
  • Zwischenüberschriften
  • Zusammenfassungen
  • alternative Formulierungen
  • eine verständlichere Gliederung

Gerade bei längeren Texten kann das hilfreich sein. Die Redaktion entscheidet aber immer, ob ein Vorschlag passt, ob er verändert wird oder ob er verworfen wird.

Außerdem setzen wir KI-gestützte Werkzeuge ein, um Interviews zu transkribieren. Das bedeutet: Eine Audioaufnahme wird in geschriebenen Text umgewandelt. Gerade bei langen Gesprächen spart das viel Zeit. Zeit, die wir lieber in bessere Fragen, weitere Recherche oder zusätzliche Gespräche investieren.

Bei kleineren redaktionellen Formaten – etwa kurzen Veranstaltungshinweisen – kann KI auch Textvorschläge erstellen. Dafür werden die wichtigsten Informationen eingegeben: Was findet statt? Wann? Wo? Wer ist Veranstalter? Anschließend prüft unsere Redaktion den Vorschlag sorgfältig, korrigiert ihn und gibt ihn erst dann frei.

Auch hier gilt:
Veröffentlicht wird nur, was durch unsere Redaktion geprüft wurde.

KI kann heute Bilder erzeugen, die täuschend echt aussehen. Genau deshalb braucht es hier besonders klare Regeln.

Für unsere journalistische Berichterstattung gilt:
Fotorealistische KI-Bilder setzen wir nicht als vermeintlich echte Berichterstattung ein.

Wenn Sie bei uns ein Foto von einem Stadtteilfest, einer Ausstellungseröffnung, einem Richtfest, einem Schulprojekt oder einer Veranstaltung sehen, dann soll klar sein: Dieses Bild zeigt die Wirklichkeit. Es ist kein künstlich erzeugtes Bild, das nur so aussieht, als sei es vor Ort entstanden.

Dasselbe gilt für Videos. Wir werden in der Berichterstattung kein KI-generiertes Videomaterial einsetzen, wenn dadurch der Eindruck entstehen könnte, es handle sich um echte Aufnahmen realer Ereignisse.

Diese Grenze ist uns wichtig. Denn Vertrauen entsteht nur dort, wo Leserinnen und Leser sicher sein können: Was als Realität gezeigt wird, ist auch Realität.

Anders ist es bei Illustrationen oder erklärenden Grafiken. Hier kann KI unterstützend eingesetzt werden – etwa bei Titelbildern, Symbolbildern, grafischen Elementen, Logos für redaktionelle Serien oder visuellen Erklärungen. Wenn KI hierbei eine relevante Rolle spielt, machen wir das transparent.

Auch bei der technischen Bildoptimierung kommen heute vielfach KI-gestützte Prozesse zum Einsatz – etwa bei Belichtung, Schärfe, Fokus oder Nachbearbeitung. Solche Hilfsmittel sind inzwischen in modernen Kameras, Smartphones und Bildprogrammen verbreitet. Entscheidend ist für uns: Sie dürfen den dokumentarischen Charakter eines journalistischen Bildes nicht verfälschen.

Datenschutz, Quellenschutz und redaktionelle Vertraulichkeit

Journalismus lebt von Vertrauen. Das gilt besonders dann, wenn Menschen uns Hinweise geben, vertrauliche Informationen teilen oder mit uns über sensible Themen sprechen.

Deshalb achten wir beim Einsatz von KI besonders auf Datenschutz, Quellenschutz und redaktionelle Vertraulichkeit.

Vertrauliche Informationen, personenbezogene Daten, nicht veröffentlichte Recherchematerialien oder geschützte Quellen dürfen nicht unkontrolliert in externe KI-Systeme eingegeben werden. Der Schutz unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hat Vorrang.

KI darf unsere Arbeit unterstützen – aber sie darf niemals dazu führen, dass journalistische Grundsätze, Datenschutz oder Quellenvertraulichkeit gefährdet werden.

Unsere Grundsätze im Umgang mit KI

Für den Hamburger Klönschnack gelten deshalb folgende Regeln:

  • Wir setzen KI als unterstützendes Werkzeug ein – nicht als Ersatz für journalistische Arbeit.
  • KI kann bei Themenfindung, Recherche, Strukturierung, Transkription und Textarbeit helfen.
  • KI-Ergebnisse werden redaktionell geprüft.
  • Die Entscheidung über Veröffentlichung trifft immer ein Mensch in der Redaktion.
  • Fakten werden gegengeprüft.
  • Fotorealistische KI-Bilder oder KI-Videos verwenden wir nicht so, dass sie mit echter Berichterstattung verwechselt werden könnten.
  • KI-gestützte Illustrationen oder Grafiken kennzeichnen wir transparent, wenn dies für das Verständnis relevant ist.
  • Datenschutz, Quellenschutz und redaktionelle Vertraulichkeit bleiben verbindlich.
  • Unsere publizistische Verantwortung liegt immer bei uns – nicht bei einer Maschine.

Unser Versprechen

Der Hamburger Klönschnack ist seit jeher nah an den Menschen, den Geschichten und dem Leben in den Elbvororten. Daran ändert KI nichts.

Wir nutzen neue Technik dort, wo sie unsere Arbeit besser machen kann. Aber wir bleiben bei dem, was guten Journalismus ausmacht: zuhören, nachfragen, prüfen, einordnen und Verantwortung übernehmen.

Oder kurz gesagt:
KI kann uns unterstützen. Aber Klönschnack bleibt Klönschnack – menschlich, lokal, glaubwürdig.