Warum Hamburg heute sicherer ist als viele glauben
Wer die Schlagzeilen verfolgt, gewinnt leicht den Eindruck, Kriminalität nehme ständig zu. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeichnet jedoch ein anderes Bild: Weniger Straftaten, eine höhere Aufklärungsquote und deutliche Rückgänge bei vielen Delikten sprechen für eine positive Entwicklung in Hamburg.
Wenn über Kriminalität gesprochen wird, entsteht häufig der Eindruck, dass alles immer schlimmer wird. Schlagzeilen über einzelne spektakuläre Straftaten prägen die öffentliche Wahrnehmung. Ein Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild – und dieses Bild enthält für Hamburg viele ermutigende Entwicklungen. Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Die Zahl der Straftaten in unserer Stadt ist erneut gesunken. Im Jahr 2025 wurden rund 213.600 Straftaten registriert – etwa fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits in den vergangenen Jahren erkennbar war. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote auf 49,1 Prozent gesteigert werden – der höchste Wert seit fast drei Jahrzehnten.
Besonders erfreulich ist der Rückgang bei der Gewaltkriminalität. Fälle schwerer und gefährlicher Körperverletzung sowie Raubdelikte sind deutlich zurückgegangen. Auch Straftaten, bei denen Messer oder Schusswaffen eingesetzt wurden, sind spürbar seltener geworden. So wurden beispielsweise nur noch 261 Taten registriert, bei denen ein Messer eingesetzt wurde – ein Rückgang um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Auch bei vielen Eigentumsdelikten zeigt die Entwicklung in die richtige Richtung. Wohnungseinbrüche sind weiterhin rückläufig und liegen heute deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Während vor zehn Jahren noch rund 25 Einbrüche pro Tag registriert wurden, sind es heute weniger als acht. Für eine Millionenstadt ist das eine sehr positive Entwicklung. Ebenso sind Taschendiebstähle mit über 10 Prozent, Fahrraddiebstähle mit fast 13 Prozent und Fahrzeugentwendungen um knapp 35 Prozent deutlich zurückgegangen.
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer konsequenten und engagierten Arbeit vieler Beteiligter: der Polizeibeamtinnen und -beamten, der Staatsanwaltschaft und der Gerichte sowie der vielen Bürgerinnen und Bürger, die aufmerksam sind, Hinweise geben und unsere Präventionsangebote nutzen. Schwerpunktkontrollen, gezielte Ermittlungsgruppen und eine moderne kriminalpolizeiliche Analyse tragen ebenso dazu bei wie Präventionsarbeit und internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität.
„Die Zahl der Straftaten in unserer Stadt ist erneut gesunken.“
Gleichzeitig bleibt Kriminalität ein dynamisches Phänomen. Während klassische Deliktsbereiche zurückgehen, gewinnen andere Themen an Bedeutung – etwa Betrugsformen im digitalen Raum. Auch eine steigende und zu begrüßende Anzeigebereitschaft bei sensiblen Delikten, zum Beispiel aus dem Bereich der Beziehungsgewalt, kann zu höheren Fallzahlen führen, ohne dass tatsächlich mehr Straftaten begangen wurden. Denn die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet nur das Hellfeld ab, also die Delikte, die uns bekannt werden. Sie sollte daher immer differenziert betrachtet werden. Das gilt auch für sogenannte Kontrolldelikte. Hierunter versteht man Fälle, die üblicherweise nicht auf Anzeigen von Bürgerinnen und Bürger zurückgehen, sondern auf die Wahrnehmung der Polizei selbst. Bestes Beispiel ist die Verfolgung von Drogenkriminalität. In Hamburg setzen wir intensiv auf polizeiliche Präsenz. Unsere Einsatzkräfte sind im täglichen Dienst und bei zahllosen Verbund- und Schwerpunkteinsätzen regelmäßig im öffentlichen Raum unterwegs und halten ihre Augen offen. Das hat auch statistische Folgen: Rund ein Viertel der Straftaten in der Kriminalstatistik zählt zu den Kontrolldelikten und wäre ohne unsere personalintensive Sicherheitsarbeit nicht erkannt, nicht erfasst und vor allem: nicht verfolgt worden.
Ein Fazit lässt sich bei allen statistischen Ungenauigkeiten ziehen: Hamburg ist und bleibt – auch im Vergleich zu anderen –eine sichere Großstadt. Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist im langjährigen Trend immer weiter zurückgegangen und liegt heute niedriger als noch vor 10 oder 20 Jahren. Darauf können wir gemeinsam stolz sein – ohne uns darauf auszuruhen. Sicherheit ist kein Zustand, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Die Polizei Hamburg wird auch weiterhin mit hoher Professionalität, Entschlossenheit und Bürgernähe daran arbeiten, dass unsere Stadt sicher ist.