100 Jahre GEDOK: Wie ein Künstlerinnen-Netzwerk Kunstgeschichte schrieb
Als Ida Dehmel die GEDOK 1926 in Hamburg gründete, hatten Künstlerinnen im Kulturbetrieb oft nur begrenzte Möglichkeiten. Hundert Jahre später ist aus dieser Initiative das größte interdisziplinäre Künstlerinnen-Netzwerk Europas geworden. Das Jubiläumsjahr würdigt eine bewegte Geschichte – und richtet den Blick zugleich auf die Zukunft.
Gegründet wurde die Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen 1926 in Hamburg von der Mäzenin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel. Ihr Anliegen war es, Künstlerinnen aller Sparten zu vernetzen und ihnen gleiche Möglichkeiten in der Kunstwelt zu eröffnen – ein Ziel, das bis heute tragend für den Verband geblieben ist.
Von Anfang an setzte die GEDOK auf ein breites künstlerisches Spektrum: Bildende und Angewandte Kunst, Literatur, Musik, Schauspiel und Performance werden in der Gemeinschaft gefördert und öffentlich präsentiert. So entstand ein Netzwerk, das nicht nur professionellen Austausch ermöglicht, sondern auch die Arbeitsbedingungen und Sichtbarkeit von Künstlerinnen nachhaltig verbessert. Heute zählt die GEDOK bundesweit mehr als 2.750 Mitglieder in 23 Regionalgruppen und gilt als größtes interdisziplinäres Künstlerinnen-Netzwerk Europas. Zum 100-jährigen Jubiläum stehen verschiedene Veranstaltungen in Hamburg und darüber hinaus auf dem Programm. Im Kunstforum der GEDOK Hamburg etwa erinnern Ausstellungen wie „... da blüht uns was!“ an die lebendige künstlerische Vielfalt der Mitglieder. Begleitend zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe die große Ausstellung „Künste, Frauen, Netzwerk – 100 Jahre GEDOK“, die Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen versammelt und die Bedeutung des Netzwerks für Gegenwart und Zukunft beleuchtet. Ein Senatsempfang im Hamburger Rathaus würdigt diese lange Geschichte und das Engagement vieler Generationen von Künstlerinnen und Fördernden. Im Rückblick zeigt sich: Was 1926 als Verband zur Unterstützung von Künstlerinnen begann, ist heute eine lebendige Gemeinschaft, die sich für Gleichberechtigung im Kunstbetrieb einsetzt und künstlerische Vielfalt fördert. Der 100. Geburtstag wird damit nicht nur als historisches Datum begangen, sondern als Anlass, die Zukunft des künstlerischen Schaffens von Frauen weiter zu gestalten.
Eine besondere Bedeutung hat die GEDOK auch für den Hamburger Westen. Ida Dehmel lebte bekanntlich zusammen mit ihrem Mann Richard Dehmel ab 1901 in Blankenese.