Hamburger Kultursommer

Die Toten Hosen liefern vor 35.000 Fans auf der Trabrennbahn ab

Kunst & Kultur · · 4 Min. Lesezeit · von Sophie Rhine
Die Toten Hosen 2026 beim Kultusommer
35.000 Fans, bestes Sommerwetter und reichlich Energie: Die Toten Hosen liefern auf der ausverkauften Trabrennbahn in Bahrenfeld ab.

35.000 Fans, bestes Sommerwetter und drei prominente Gäste: Die Toten Hosen haben auf der ausverkauften Trabrennbahn einen Abend gefeiert, der wenig nach Abschied klang. Mit dabei waren Marteria, Bela B und Vicky Leandros.

Schon vor dem ersten Ton zeigt sich, wie viele Generationen die Toten Hosen inzwischen zusammenbringen. Jugendliche stehen neben Fans, die die Band seit Jahrzehnten begleiten, Eltern sind mit ihren Kindern gekommen, dazwischen Freundesgruppen jeden Alters. Trotz der Menschenmenge herrscht auf dem Gelände eine auffallend entspannte, familiäre und freundschaftliche Atmosphäre.

Als Campino und seine Band mit der „Opel Gang“ schließlich loslegen, dauert es nicht lange, bis die ersten Fans über den Köpfen der Menge Richtung Bühne getragen werden. Der Sänger ist ständig in Bewegung, sucht die Nähe zum Publikum und macht gleich zu Beginn klar, dass er keine langen Reden halten möchte. Ganz ohne Worte über Hamburg geht es dann aber doch nicht: Bereits 1979 sei er zum ersten Mal in der Stadt gewesen. „Hamburg, wir haben uns immer geliebt“, sagt Campino.

Abschied? Auf der Bühne kaum zu spüren

Über der aktuellen Tour schwebt trotzdem das Ende. „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ heißt sie, die Band selbst spricht davon, nach mehr als vier Jahrzehnten auf der „Zielgeraden“ ihrer Karriere angekommen zu sein. Gerade deshalb wollen die Toten Hosen noch einmal losziehen und jeden Abend so spielen, als wäre es der letzte. In Hamburg ist von einem gemütlichen Auslaufen jedenfalls nichts zu merken.

Rund zweieinhalb Stunden lang liefert die Band ab. Alte Punknummern stehen neben großen Hymnen und neueren Stücken, Klassiker wie „Bonnie & Clyde“, „Alles aus Liebe“, „Pushed Again“, „Wünsch DIR was“ und „Hier kommt Alex“ werden von Zehntausenden mitgesungen. Bei „Wannsee“ gibt es einen kleinen Seitenhieb Richtung Berlin: Wer Rhein oder Elbe habe, brauche so einen „Tümpel“ schließlich nicht.

Vor allem zeigt sich an diesem Abend, wie selbstverständlich die Musik der Hosen inzwischen Generationen verbindet. Manche im Publikum sind mit der Band älter geworden, andere dürften noch nicht einmal geboren gewesen sein, als viele der Songs erschienen. Vor der Bühne spielt das keine große Rolle. Da wird gemeinsam gesungen, gesprungen und gefeiert.

Drei Gäste für Hamburg

In den Zugaben sorgen gleich drei Gäste für besondere Momente. Zunächst kommt Marteria auf die Bühne und spielt mit der Band „Welt der Wunder“. Später übernimmt Bela B bei „Schrei nach Liebe“ das Mikro. Der Ärzte-Klassiker gehört auf der aktuellen Tour ohnehin regelmäßig zum Hosen-Repertoire – in Hamburg singt ihn diesmal tatsächlich ein Mitglied der Ärzte selbst.

Und dann wird aus dem gewohnten Ende des Konzertabends noch einmal ein Live-Moment. „Ich liebe das Leben“ von Vicky Leandros begleitet die Hosen auf der Tour sonst als Outro vom Band. Auf der Trabrennbahn ist das Outro diesmal keines: Leandros steht selbst auf der Bühne und singt den Titel gemeinsam mit der Band. Schlager trifft Punkrock – und vor der Bühne wird ohnehin längst alles mitgesungen.

Danach geht es tatsächlich Richtung Ende. Und obwohl über der gesamten Tour die Frage steht, wie viele solcher Abende es noch geben wird, fühlt sich Hamburg weniger nach Abschied als nach einem ziemlich kraftvollen Ausrufezeichen an. Die Band hat schließlich kein endgültiges Ende verkündet, auch 2027 stehen noch Konzerte an. Sicher ist nur: Irgendwann soll Schluss sein. Auf der Trabrennbahn wirkt es an diesem Abend noch ziemlich weit weg.

Sieben Konzerte auf der Trabrennbahn

Mit Kraftklub ist am Samstag auch der Hamburger Kultursommer 2026 zu Ende gegangen. Sieben Konzerte standen in diesem Jahr auf dem Programm: AnnenMayKantereit spielte gleich zweimal, außerdem kamen Nina Chuba, BUNT., Montez, Die Toten Hosen und zum Abschluss Kraftklub auf die Trabrennbahn. Insgesamt hatten die Veranstalter für die Konzertreihe mit rund 200.000 Gästen gerechnet. Allein zum ausverkauften Konzert der Toten Hosen kamen rund 35.000 Menschen nach Bahrenfeld.

Sophie Rhine
Sophie Rhine
Redakteurin Print / Online
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