Katharinenhof wird bis 2028 zum neuen Kunsthaus im Baurs Park
Nach Jahren des Leerstands beginnt die Zukunft des Katharinenhofs. Bis 2028 entsteht im Baurs Park ein frei zugängliches Kunsthaus mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungsräumen. Erste Kulturangebote sollen bereits im Herbst starten.
Noch – oder endlich? – ist der Katharinenhof eine Baustelle. Doch nach Jahren des Leerstands tut sich etwas hinter den Mauern des markanten Gebäudes im Baurs Park. Eigentümer Jan Fischer, Thomas Oberender, Leiter Konzept und Strategie, und Teresa Minn, künstlerische Leitung, stellten jetzt erstmals ihre Pläne für das künftige Kunsthaus Baurs Park vor. Für Fischer ist das Projekt eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden. „Ich bin hier aufgewachsen und zur Schule gegangen, Baurs Park war meine Spielfläche“, sagt er. Vor vier Jahren übernahm er das Gebäude, im Juni 2025 wurde die Baugenehmigung erteilt. Im Juli haben die Bauarbeiten begonnen.
Anders als bei einer vollständigen Rekonstruktion historischer Gebäude soll der Katharinenhof jedoch nicht in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. „Die Geschichte und ihre Spuren bleiben und werden integriert“, betont Fischer. Das Haus habe in seiner wechselvollen Vergangenheit als Landhaus, Militärstandort, Ortsamt und Bücherhalle zahlreiche Schichten entwickelt, die weiterhin sichtbar bleiben sollen.
Gleichzeitig soll ein Begegnungsort entstehen, der weit mehr als ein klassisches Museum ist. Geplant sind wechselnde Ausstellungen, Veranstaltungen, Workshops, Lesungen und gastronomische Angebote. Auch Räume für private Feiern und Veranstaltungen sind vorgesehen. Künstlerinnen und Künstler sollen zudem zeitweise direkt im Kunsthaus wohnen und arbeiten können. Besonders wichtig ist Fischer die Verankerung im Stadtteil. Das Kunsthaus solle „Teil der Gesellschaft werden“ und von den Menschen in der Nachbarschaft angenommen werden. „Es soll ein neuer Treffpunkt für Blankenese sein“, sagte er. Zwar seien Besucher aus ganz Hamburg willkommen, im Mittelpunkt stünden aber die Menschen im Stadtteil. Das Haus werde frei zugänglich sein und bewusst keine elitäre Einrichtung werden.
Für die inhaltliche Ausrichtung sind Thomas Oberender und Teresa Minn verantwortlich, die seit 2024 gemeinsam mit ihrem Team am Programm arbeiten. „Wir wollen die Welt an diesen Ort holen und von diesem Ort aus in die Welt gehen“, beschreibt Oberender die Idee. Das Kunsthaus solle zeitgenössisch, international und zugleich lokal verwurzelt sein. Eine Dauerausstellung werde es nicht geben. Stattdessen sollen regelmäßig neue Projekte und Ausstellungen gezeigt werden.
Bereits vor der geplanten Eröffnung im Jahr 2028 soll das Projekt sichtbar werden. Teresa Minn kündigte ein Vorprogramm ab Herbst an. Angedacht sind unter anderem Kinoformate, Performances, Workshops und soziale Begegnungsräume an wechselnden Orten in Blankenese und Hamburg. Auch rund um den Katharinenhof könnten erste Veranstaltungen stattfinden. Zudem soll ab Herbst ein digitales Kunstwerk wieder sichtbar werden. Die großformatige LED-Installation des französischen Künstler Cyprien Gaillard „Nightlife“ ist das erste Auftragswerk des Kunsthauses und war bereits im Mai zu sehen. Sie basiert auf einer ständig wachsenden Bildsammlung, die inzwischen rund 60.000 Motive umfasst. „Sie wächst genauso weiter wie dieser Ort“, sagte Minn.
Auch die Nutzung von Teilen des umliegenden Parks für kulturelle Veranstaltungen ist angedacht. Darüber laufen nach Angaben der Verantwortlichen derzeit Gespräche mit der Stadt. Mit dem Kunsthaus Baurs Park erhält Blankenese damit nicht nur ein lange leer stehendes Gebäude zurück. Entstehen soll ein neuer Kulturort, der internationale Kunst, lokale Geschichte und das Leben im Stadtteil miteinander verbindet.
Mitreden erwünscht
Noch ist der Katharinenhof im Umbau und nicht zugänglich. Die Verantwortlichen betonen jedoch, dass das Kunsthaus gemeinsam mit dem Stadtteil wachsen soll. Deshalb setzt das Team schon vor der Eröffnung auf Austausch mit den Menschen vor Ort – unter anderem beim Straßenfest rund ums Jubiläum „725 Jahre Blankenese“, wo das Projekt mit einem Infostand erstmals öffentlich vorgestellt wird.