Kunsthumor

Otto Waalkes über Kunst, große Meister und seine Ottifanten

Kunst & Kultur · · 3 Min. Lesezeit · von Michael Wendland
Otto Waalkes steht mit Pinsel und Palette vor einem großformatigen Gemälde in seinem Atelier.
Otto Waalkes studierte Kunstpädagogik und Malerei. Das sieht man seinen liebevollen Werken an.

Von Leonardo da Vinci über van Gogh bis zu Gustav Klimt: Otto Waalkes nimmt sich berühmte Werke und Künstler zum Vorbild und versieht sie mit seinem unverwechselbaren Humor. Im Gespräch erzählt er, wie seine Bilder entstehen und welches Werk selbst ihm zu figurenreich wäre.

Herr Waalkes, Ihr neues Buch „Kunst in Sicht“ versammelt Ihre Versionen der ganz großen Würfe der Kunstgeschichte. Am Ende steht eine Danksagung an 85 Kunstschaffende, plus die NASA und eine KI. In Ihren Worten: Worum genau geht es in Ihrem aktuellen Buch?

Otto Waalkes Mir ging‘s vor allem darum, diese Meisterwerke um etwas Entbehrliches zu ergänzen: den Ottifanten. Und wer ihn findet, wird sich auch den Rest genauer anschauen. Diese erwünschte Nebenwirkung gibt es nicht ohne Risiko.

Ihre Bilder wirken so sehr aus einem Guss, als hätten die großen Meister selbst Updates mit Ottifanten geliefert – etwa bei Gustav Klimts „Der Kuss“. Wie haben Sie das geschafft?

Wenn man versucht, diesen Vorbildern nahezukommen, lernt man etwas über ihre Machart. So taste ich mich vorsichtig heran. Ich stehe ja am Anfang meiner Malerkarriere und da heißt es eben: ebay, ebay, ebay – üben, üben, üben!

Beginnend mit Leonardo da Vinci über van Gogh bis hin zu George Lucas huldigen Sie den verschiedensten Kunst-Größen. Hat es Ihnen jemand besonders angetan oder haben Sie ein Lieblingsbild?

Immer das, was gerade auf meiner Staffelei steht, denn bei der Auswahl meiner Vorbilder folge ich ja meinem Geschmack. Ich mag sie alle!

Selbst Miro konnten Sie meistern. Gibt es einen Künstler, den Sie vermutlich nicht persiflieren werden?

Da gibt es einige. Das „Bauernkriegspanorama“ von Werner Tübke werde ich vermutlich nie angehen – darauf sind angeblich über 3000 Figuren. Ich finde, das muss reichen. Mir wäre schon Rembrandts „Nachtwache“ zu figurenreich.

Ein Werk im Buch fällt etwas aus der Reihe. Es kommt ganz ohne Ottifant oder Ihr Konterfei aus: „Mädchen mit Wollmütze“. Was hat es damit auf sich und warum ist es das einzige Bild dieser Art im Buch?

Das ist ein halbes Jahrhundert alt; es soll eigentlich nur beweisen: ich war wirklich auf einer Kunsthochschule und habe was halbwegs Anständiges gelernt.

Man amüsiert sich mit „Kunst in Sicht“ ja nicht nur, sondern wird durch zahlreiche lustige Texte auch charmant informiert. Was möchten Sie uns hierüber sagen?

Das bisschen, was ich aufgeschnappt habe, wollte ich ruhig auch weitergeben. Zum Glück ist es ja nicht so viel, sonst wäre das Buch zu dick geworden.

„Kunst in Sicht“ ist nach „Ganz große Kunst“ bereits Ihr zweites Kompendium. Wird es eine dreibändige Reihe?

Eine Trilogie? Gute Idee – aber da muss ich mich ja sofort wieder an die Arbeit machen.

Kunst in Sicht

Buchcover von Otto Waalkes’ „Kunst in Sicht“.

In seinem zweiten Kunstband „Kunst in Sicht“ nimmt Otto Waalkes berühmte Werke und Künstler der Kunstgeschichte zum Vorbild und interpretiert sie mit seinem typischen Humor neu. Dabei darf natürlich auch der Ottifant nicht fehlen. Neben den Bildern enthält das Buch humorvolle Texte, in denen Wissenswertes über Kunst und seine Vorbilder vermittelt wird.

Kunst in Sicht
Softcover, 176 Seiten
Verlag: Piper Paperback
ISBN: 978-3492065894

Kaufen

Michael Wendland
Michael Wendland
Redakteur Print/Online
Artikel teilen