Reeperbahn Festival bringt Musik aus 44 Ländern auf den Kiez
Vier Tage Musik, rund 70 Spielstätten und mehr als 400 Acts: Am Mittwoch, 16. September 2026, startet das Reeperbahn Festival 2026. Bis Samstag wird St. Pauli zum Treffpunkt für Musikfans und die internationale Branche.
Rund um die Reeperbahn, in den Clubs auf St. Pauli und im Festival Village auf dem Heiligengeistfeld beginnt heute die 21. Ausgabe des Reeperbahn Festivals. Rund 425 Acts aus 44 Ländern sind bis Samstag, 19. September, angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit etwa 45.000 Besucherinnen und Besuchern bei den Publikumsveranstaltungen. Hinzu kommen rund 6.000 Fachgäste aus der Musikbranche.
Offiziell eröffnet wird das Festival am Mittwochabend im Schmidts Tivoli. Festivalleiter Detlef Schwarte begrüßt dort gemeinsam mit Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda und Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, die Gäste. Zur Opening Show gehören außerdem Auftritte von Dotan sowie Schiller mit Julia Sanina.
Junge Generation rückt in den Mittelpunkt
„Forever Legit?“ lautet das Motto des Festivals in diesem Jahr. Dahinter steht die Frage, welche Rolle Musik und Kreativwirtschaft angesichts gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen künftig spielen. Besonders die Perspektive junger Menschen soll dabei stärker berücksichtigt werden. Dazu passt eines der neuen Formate: Mit „Future Minds“ haben das Reeperbahn Festival und Hamburg Music Business erstmals einen Programmbeirat aus jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren ins Leben gerufen. Sie sollen an der Gestaltung des Festivals mitwirken.
Ebenfalls Premiere feiert am Donnerstag und Freitag die zweitägige Konferenz „Music Frontiers“. Sie beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Musik, Technologie und Kreativwirtschaft. Auch Künstliche Intelligenz spielt im Konferenzprogramm eine Rolle.
Ukraine ist Ehrengast
Erstmals vergibt das Festival 2026 zudem den Titel „Guest Country of Honour“. Die Premiere gehört der Ukraine. Damit soll die dortige Musikszene in den Mittelpunkt rücken, die trotz des russischen Angriffskrieges weiterhin aktiv ist. Ukrainische Künstler und die Bedeutung von Musik für kulturellen Austausch sollen während des Festivals besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Auch etablierte Formate kehren zurück. Dazu gehören der Sustain! Green Culture Summit zur nachhaltigen Musik- und Veranstaltungsbranche sowie die Afro Futuristic Convention. Beim Anchor – Reeperbahn Festival International Music Award treten zudem ausgewählte Nachwuchsacts um die Auszeichnung an.
Nicht für jedes Konzert ist ein Festivalticket notwendig. Das Festival Village auf dem Heiligengeistfeld ist auch ohne Festivalbändchen zugänglich. Ein besonderes Gratis-Highlight folgt am Donnerstag, 17. September 2026: Jan Delay spielt dort gegen 19.30 Uhr ein kostenloses Konzert. Damit setzt das Festival auch 2026 auf frei zugängliche Angebote neben dem regulären Clubprogramm. Weitere Programmpunkte können kurzfristig hinzukommen.
Musikbranche trifft sich auf St. Pauli
Parallel zu den Konzerten ist das Reeperbahn Festival eines der großen Branchentreffen der Musikwirtschaft. Rund 6.000 Fachbesucher werden erwartet. Bei Panels, Vorträgen und Veranstaltungen geht es unter anderem um Künstliche Intelligenz, neue Geschäftsmodelle und die Zukunft der Kreativwirtschaft.
Beim Musikdialog Hamburg kommen am Mittwoch Vertreter der Branche mit Bürgermeister Peter Tschentscher und Kultursenator Carsten Brosda zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Perspektive der jüngeren Generation und die Frage, wie KI die Musikbranche verändert. Der Musikdialog selbst ist nur für persönlich eingeladene Gäste zugänglich.