Hamburg setzt auf Flächenkäufe für Wohnen und Stadtentwicklung
Hamburg wächst nicht nur bei der Einwohnerzahl, sondern auch beim eigenen Grundbesitz. Die Stadt hat 2025 erneut mehr Flächen erworben als verkauft und sich damit unter anderem Grundstücke für Wohnungsbau, Infrastruktur, Hochwasserschutz und Naturschutz gesichert.
Hamburg setzt seinen Kurs beim städtischen Flächenmanagement fort: Auch im Jahr 2025 hat die Hansestadt mehr Grundstücke erworben als veräußert. Das geht aus der aktuellen Flächenbilanz des Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) hervor. Ziel der Strategie ist es, wichtige Flächen für Wohnungsbau, Infrastruktur, Hochwasserschutz und Naturschutz langfristig zu sichern.
Insgesamt kaufte die Stadt im vergangenen Jahr 87,8 Hektar Fläche hinzu. Davon gingen 37,7 Hektar in das Allgemeine Grundvermögen der Stadt, weitere 50,1 Hektar wurden im Auftrag anderer Behörden gesichert – unter anderem für Straßen, Hochwasserschutz, Naturschutz und Stadtgrün. Für die Ankäufe investierte Hamburg rund 49,3 Millionen Euro.
Dem gegenüber standen Verkäufe von 81,8 Hektar sowie die Vergabe von Erbbaurechten für 8,5 Hektar. Die Einnahmen aus Grundstücksverkäufen beliefen sich auf 14 Millionen Euro.
Finanzsenator und LIG-Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Andreas Dressel betont die Bedeutung der aktiven Bodenpolitik: „Mit der positiven Flächenbilanz, die der LIG für das vergangene Jahr vorlegen kann, unterstreicht Hamburg erneut, wie engagiert und vorausschauend die Stadt ihre Flächenpolitik gestaltet – im Sinne einer lebenswerten und zukunftsfähigen Metropole. Wir treiben mit unserer Bodenpolitik aktive wichtige Projekte an: Von Azubiwohnen bis hin zur Entwicklung von Perspektiven für den Bahnhof Altona gestaltet der LIG unsere Stadt mit.“
Mehr Flächen für die Stadtentwicklung
Der städtische Grundbesitz wuchs von 29.485 Hektar im Jahr 2024 auf rund 29.505 Hektar im Jahr 2025. Zusammen mit den Flächen der öffentlichen Unternehmen verfügt Hamburg inzwischen über 37.340 Hektar Grundbesitz – das entspricht rund 49,5 Prozent der gesamten Stadtfläche.
Zu den wichtigen Projekten des vergangenen Jahres zählt der Ankauf einer rund 69.000 Quadratmeter großen Fläche an der Winsener Straße in Harburg. Das Areal gilt als Potenzialfläche für den Wohnungsbau entlang der Magistrale 9. Ebenfalls in städtischen Besitz ging das ehemalige Sietas-Werftgelände in Neuenfelde mit einer Fläche von 147.690 Quadratmetern. Dort soll langfristig ein zukunftsfähiger Industriestandort entwickelt werden.
Wohnraum und Bahnhof Altona im Fokus
Auch beim Thema Wohnen spielt die Flächenpolitik eine zentrale Rolle. So plant die Stadt in der Großen Freiheit ein Wohnheim mit 100 bis 150 Plätzen für Auszubildende. Es wäre das erste Azubiwohnheim der Hamburger Stadtwirtschaft und soll einen Beitrag zum Ziel leisten, bis 2030 insgesamt 3.000 Wohnheimplätze für Auszubildende und Fachschüler zu schaffen.
Darüber hinaus laufen die Planungen für die Neugestaltung des Bahnhofs Altona weiter. Nach einem Beteiligungs- und Wettbewerbsverfahren werden derzeit zwei Entwürfe vertieft und auf ihre technische Umsetzbarkeit geprüft. Mit einem Baubeginn wird frühestens zu Beginn der 2030er-Jahre gerechnet.