Polizeispitze

Polizeipräsident Falk Schnabel plant Wechsel nach Köln

Politik · · 3 Min. Lesezeit · von Sophie Rhine
Symbolfoto Polizeiauto am Hamburger Hbf
Wechsel an der Spitze der Hamburger Polizei: Polizeipräsident Falk Schnabel will die Hansestadt im kommenden Frühjahr verlassen.

Nach gut drei Jahren steht Hamburg voraussichtlich vor einem Wechsel an der Polizeispitze. Polizeipräsident Falk Schnabel soll im Frühjahr 2027 nach Köln zurückkehren – aus familiären Gründen.

Hamburg steht vor einem Wechsel an der Spitze der Polizei. Polizeipräsident Falk Schnabel will die Hansestadt im kommenden Frühjahr verlassen und nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren. Eine Findungskommission der Stadt Köln hat den 57-Jährigen als Beigeordneten für das neu eingerichtete Dezernat für Sicherheit, Ordnung und Recht vorgeschlagen. Die Wahl durch den Rat der Stadt Köln ist für Donnerstag, 8. Oktober 2026, vorgesehen.

Polizeipräsident Falk Schnabel
Falk Schnabel führt die Hamburger Polizei seit November 2023. Aus familiären Gründen zieht es ihn zurück nach Nordrhein-Westfalen.

Bis zu einem möglichen Wechsel will Schnabel sein Amt in Hamburg weiter in vollem Umfang ausüben. Über seine Nachfolge soll nach Angaben der Innenbehörde Anfang 2027 entschieden werden.

Für Schnabel wäre der Wechsel nach Köln zugleich eine Rückkehr an eine frühere Wirkungsstätte. Bevor er im November 2023 die Leitung der Hamburger Polizei übernahm, war der Jurist bereits Polizeipräsident in Köln. Zuvor arbeitete er unter anderem als Leitender Oberstaatsanwalt. Als Grund für seinen geplanten Abschied nennt Schnabel seine Familie. „Mein Wunsch, nach Nordrhein-Westfalen zurückzukehren, und der damit verbundene Wechsel des Aufgabenbereichs beruhen auf familiären Gründen“, erklärt er. Diese könne er trotz seiner „tiefen Verbundenheit zu dieser Stadt und zur Polizei“ nicht ignorieren.

Seine Zeit in Hamburg beschreibt Schnabel mit deutlichen Worten: „Es ist ein großes Privileg, das attraktivste und begehrenswerteste Amt innerhalb der deutschen Polizei ausüben zu dürfen.“ Mit Stolz blicke er darauf, was in den vergangenen drei Jahren gemeinsam mit Innensenator Andy Grote erreicht und aufgebaut worden sei.

Mehrere Projekte während Schnabels Amtszeit

Schnabel hatte das Amt im November 2023 von Ralf Martin Meyer übernommen, der in den Ruhestand gegangen war. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Entwicklung einer gemeinsamen Strafverfolgungsstrategie von Polizei und Staatsanwaltschaft und die Einrichtung des Hamburger Netzwerks für personenbezogenes Risikomanagement.

Auch die polizeiliche Drohnenabwehr wurde ausgebaut. Hinzu kommen der Bau einer neuen Polizeieinsatzzentrale sowie Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheit im Umfeld des Hamburger Hauptbahnhofs. Zuletzt leitete Schnabel im Auftrag der Innenministerkonferenz die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“.

Innensenator Andy Grote bedauert den geplanten Abschied. Schnabel habe die Hamburger Polizei in den vergangenen drei Jahren „hervorragend geführt“ und wichtige Weichen für die innere Sicherheit gestellt. „Ich respektiere seine Entscheidung aus persönlichen Gründen, von der ich weiß, dass sie ihm nicht leichtgefallen ist“, so Grote.

Auch aus der SPD-Fraktion kommt Bedauern. Der innenpolitische Sprecher Sören Schumacher bezeichnet Schnabel als „wertvollen Ratgeber“ und „verlässlichen Partner“. Schnabel sei für die Abgeordneten jederzeit ansprechbar gewesen. Besonders hebt Schumacher dessen Einsatz für die Beschäftigten der Polizei hervor. „Seinen Abschied aus Hamburg bedauere ich dennoch persönlich wie fachlich sehr.“

Gerade erst wechselte die Nummer zwei

Mirko Streiber und Timo Zill
Erst Ende September wechselte die Nummer zwei an der Polizeispitze: Mirko Streiber (l.) übergab das Amt des Polizeivizepräsidenten an Timo Zill.

Der angekündigte Abschied kommt nur wenige Tage nach einem weiteren Wechsel in der Hamburger Polizeiführung. Zum Monatsende ging Polizeivizepräsident Mirko Streiber nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist der bisherige Leiter der Schutzpolizei, Timo Zill.

Zill ist damit der ranghöchste Polizeivollzugsbeamte Hamburgs und trägt gemeinsam mit Schnabel Verantwortung für die weitere Entwicklung der Polizei und ihre mehr als 11.000 Beschäftigten. Sollte Schnabel im Frühjahr 2027 nach Köln wechseln, müsste die Führungsspitze damit innerhalb weniger Monate erneut neu aufgestellt werden.

Sophie Rhine
Sophie Rhine
Redakteurin Print / Online
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