Tierheim Süderstraße warnt vor neuer Welle ausgesetzter Haustiere
Die Sommerferien bringen das Tierheim Süderstraße erneut an seine Kapazitätsgrenzen. Der Hamburger Tierschutzverein hat seit Anfang Juni bereits 176 Fundtiere aufgenommen, deren Besitzer sich nicht gemeldet haben. Viele von ihnen wurden nach Einschätzung des Vereins vermutlich ausgesetzt.
Während viele Hamburger in den Urlaub fahren, landen zahlreiche Haustiere im Tierheim Süderstraße. Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) zieht zur Halbzeit der Sommerferien eine ernüchternde Bilanz: Die Zahl mutmaßlich ausgesetzter Tiere bleibt hoch, gleichzeitig erschweren Aufnahmestopps die Versorgung weiterer Fundtiere.
Seit Anfang Juni wurden 176 Fundtiere aus dem Hamburger Stadtgebiet aufgenommen, deren Halter sich bislang nicht gemeldet haben. Allein in den ersten beiden Ferienwochen kamen 51 Tiere hinzu. Nach Einschätzung des HTV dürfte die tatsächliche Zahl ausgesetzter Tiere jedoch deutlich höher liegen. Nicht alle Tiere würden rechtzeitig gefunden, andere könnten wegen der wiederkehrenden Aufnahmestopps gar nicht erst im Tierheim abgegeben werden.
Aussetzen ist kein Bagatelldelikt
Nach dem Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Haustier auszusetzen oder zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. Stirbt ein Tier infolge der Aussetzung, kann der Tatbestand sogar als Straftat verfolgt werden.
Der HTV bittet zudem um Hinweise aus der Bevölkerung, wenn Tiere ausgesetzt oder herrenlos aufgefunden werden. Jeder Hinweis könne dazu beitragen, Tierhalter zu ermitteln und weiteres Tierleid zu verhindern.