Windkraft in der Feldmark? Radtour informiert über umstrittene Pläne
Wie lässt sich die Energiewende mit dem Schutz wertvoller Naturräume vereinbaren? Dieser Frage widmet sich eine öffentliche Radtour durch die Rissener und Sülldorfer Feldmark am Samstag, 1. August. Dabei geht es um die geplante Ausweisung neuer Windenergieflächen und mögliche Alternativen.
Der Ausbau der Windenergie gehört zu den wichtigsten Bausteinen der Hamburger Klimapolitik. Gleichzeitig sorgt die Suche nach geeigneten Standorten immer wieder für Diskussionen. Besonders die Rissener und Sülldorfer Feldmark steht derzeit im Fokus.
Über die Hintergründe möchten die Grünen Altona am Samstag, 1. August, bei einer öffentlichen Radtour informieren. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Ellernholt, Ecke Feldweg 65. Begleitet wird die Tour von den Fraktionsvorsitzenden Dana Vornhagen und Benjamin Eschenburg, dem Altonaer Parteivorsitzenden Benjamin Harders sowie Thomas Eckhoff, Teamleiter der NABU-Gruppe West. Gemeinsam erläutern sie die aktuelle Ausgangslage, stellen die naturräumliche Bedeutung der Feldmark vor und zeigen aus ihrer Sicht geeignete Alternativflächen für Windenergie auf.
„Für die GRÜNEN in Altona hat der Schutz der Natur in diesem Fall Vorrang.“
Hamburg verfolgt das Ziel, bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt zu werden. Dafür sollen bis Ende 2027 insgesamt 378 Hektar – rund 0,5 Prozent der Landesfläche – als Windenergiegebiete ausgewiesen werden. Auf diesen Flächen können Windkraftanlagen anschließend in einem vereinfachten Verfahren genehmigt werden.
Streitpunkt Standort
Ob auch Teile der Rissener und Sülldorfer Feldmark dazugehören sollen, wird jedoch kontrovers diskutiert. Der Hamburger Senat hat den Bereich als mögliche Windenergiefläche in den Blick genommen. Die Bezirksversammlung Altona sprach sich dagegen mehrheitlich dafür aus, die Feldmark von einer entsprechenden Ausweisung auszunehmen und stattdessen alternative Standorte zu prüfen.
Die Grünen betonen, dass sie den Ausbau der Windenergie grundsätzlich unterstützen. Im Fall der Feldmark sehen sie jedoch den Schutz des Naturraums als vorrangig an. Sie verweisen auf den bestehenden Bebauungsplan, der das Gebiet von weiterer Bebauung freihalten soll. Kritisch bewertet werden außerdem die Nähe zur Wohnbebauung sowie die Eingriffe, die durch Baustraßen und dauerhaft benötigte Erschließungswege entstehen würden.
Auch andere Fraktionen der Bezirksversammlung sehen die Feldmark als besonders schützenswert an und sprechen sich dafür aus, die erforderlichen Windenergieflächen an anderer Stelle innerhalb Hamburgs auszuweisen. Damit dreht sich die politische Debatte weniger um die Frage, ob Windkraft ausgebaut werden soll, sondern vielmehr wo dies mit möglichst geringen Auswirkungen auf Natur und Anwohnende möglich ist.
Bei der rund zweistündigen Radtour möchten die Veranstalter diese unterschiedlichen Aspekte direkt vor Ort erläutern und mit Interessierten ins Gespräch kommen.