Beschäftigung

Arbeitsmarkt der Metropolregion vor dem Generationenwechsel

Wirtschaft · · 2 Min. Lesezeit · von Sophie Rhine
Maurer bei der Arbeit.
Vielfältiger Arbeitsmarkt: Die Metropolregion Hamburg beschäftigt 2,3 Millionen Menschen.

Die Beschäftigung in der Metropolregion Hamburg wächst weiter. Gleichzeitig zeigt eine neue Auswertung der Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Menschen in den Ruhestand gehen werden, als junge Beschäftigte nachrücken. Ohne Ausbildung und Zuwanderung droht eine wachsende Fachkräftelücke.

Knapp 2,3 Millionen Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig in der Metropolregion Hamburg – Tendenz steigend. Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bei Männern ist es nur etwa jeder Siebte. 341.000 Beschäftigte kommen aus dem Ausland und gewinnen für den Arbeitsmarkt an Bedeutung. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren rund 560.000 Beschäftigte in den Ruhestand gehen, während nur gut 211.000 Beschäftigte unter 25 Jahren nachrücken.

Die Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung der Metropolregion Hamburg hat ihre zweite Auswertung zur Beschäftigungssituation vorgelegt. Im Fokus stehen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Insgesamt sind 2.299.147 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, fast überall mehr als im Vorjahr. Das Zentrum bleibt Hamburg: Rund 1,085 Millionen Beschäftigte und damit fast die Hälfte aller Arbeitsverhältnisse entfallen auf die Stadt. Es folgen Lübeck (106.800) und der Kreis Segeberg (99.500). Die geringste Zahl weist Lüchow-Dannenberg mit knapp 15.000 Beschäftigten auf.

52,5 Prozent der Beschäftigten sind Männer, 47,5 Prozent Frauen – leicht über dem Bundesdurchschnitt. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Teilzeit: 50,8 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit, bei Männern 15,5 Prozent. Regional reicht die Frauen-Teilzeitquote von 65,6 Prozent in Lüchow-Dannenberg bis 45,6 Prozent in Hamburg und 45,5 Prozent in Schwerin.

Die größte Gruppe bilden die 25- bis 54-Jährigen mit 1,53 Millionen Beschäftigten. Rund 559.500 Menschen sind 55 Jahre oder älter und werden voraussichtlich in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Ihnen stehen nur 211.543 Beschäftigte unter 25 Jahren gegenüber – ein Verhältnis von mehr als 2,6 zu 1. Ohne Nachwuchsgewinnung, Ausbildung und Zuwanderung droht eine Beschäftigungslücke.

341.158 Beschäftigte (14,8 Prozent) besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit, etwas weniger als im Bundesdurchschnitt. Den höchsten Anteil haben der Landkreis Harburg (18,5 Prozent), Hamburg (17,7 Prozent) und Stormarn (15,4 Prozent), die niedrigsten Schwerin (6,7 Prozent), Nordwestmecklenburg (7,1 Prozent) und Lüchow-Dannenberg (7,8 Prozent).

333.603 Menschen gelten als arbeitsuchend, darunter 52,7 Prozent Männer und 47,3 Prozent Frauen. Auffällig ist der Anteil ausländischer Staatsangehöriger: Er liegt bei den Arbeitssuchenden mit 37,3 Prozent deutlich über ihrem Beschäftigtenanteil von 14,8 Prozent – ein Hinweis auf Integrationshemmnisse im Arbeitsmarkt.

Die Koordinierungsstelle Fachkräftesicherung analysiert regelmäßig Arbeitsmarktdaten der Metropolregion Hamburg. Grundlage sind Daten der Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigte: Juni 2025, Arbeitssuchende: Oktober 2025). Erfasst werden ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte; Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige sind nicht enthalten.

Sophie Rhine
Sophie Rhine
Redakteurin Print / Online
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