Ortsbesuch

Zwischen Leerstand und Lieblingsladen: Wie es dem Handel im Westen geht

Wirtschaft · · 12 Min. Lesezeit · von Anna-Lena Walter
Einzelhandel Iserbrook
Die Geschäfte ballen sich an der Iserbrooker Kreuzung und ziehen sich dann entlang der Magistrale. Viele Anwohner bedauern die Schließung der Apotheke.

Volle Cafés, vertraute Fachgeschäfte und engagierte Kaufleute – zugleich aber auch Leerstände, steigende Kosten und verändertes Kaufverhalten. Wie steht es um den Einzelhandel in den Elbvororten? Ein Streifzug von Blankenese bis Othmarschen zeigt, wo die Einkaufsstraßen florieren und wo neue Impulse gefragt sind.

Farbenfrohe Blumen, fröhliche Postkarten und frühlingsleichte Stoffhosen stechen mir ins Auge. Es ist Mittwoch, die Sonne scheint. Mein Weg führt mich durch die Blankeneser Bahnhofstraße, vom Verlag geht es in Richtung Wochenmarkt. Hier und da bleiben Passanten stehen, betrachten die Waren und Angebote in den Schaufenstern. Viele Bummler tragen Einkaufstaschen, grüßen Bekannte, schnacken, lachen. Es herrscht reges Treiben – anders als die großen Einkaufsstraßen der Innenstadt, kann sich Blankenese scheinbar nicht über mangelnde Passantenzahlen beklagen. Laut einer Messung des Unternehmens Hystreet  verzeichneten Hamburgs beliebteste Einkaufsmeilen Anfang des Jahres eine sinkende Besucherfrequenz. So schlenderten 17 Prozent weniger als 2025 auf der Spitalerstraße, primär witterungsbedingt. Klar ist: Der Einzelhandel ist gezeichnet von Strukturwandel, Fachkräftemangel, hohen Mietkosten und zögerlichen Kunden. Werfen wir also einen Blick vor unsere Haustür: Hat der Handel Handlungsbedarf?

Blankenese

Oliver Diezmann, Vorstand IG Blankenese
Oliver Diezmann, Vorstand IG Blankenese: „Der Blankeneser Einzelhandel überzeugt mit außergewöhnlichen, hochwertigen Angeboten und wird durch ein breites kulinarisches Spektrum perfekt ergänzt.“

Ich treffe mich mit Oliver Diezmann, erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft Blankenese, zu einer Ortsbegehung. Schnell wird klar, Blankenese bietet auch aus kaufmännischer Sicht neben einen attraktiven Mix aus inhabergeführten Fachgeschäften, Gastronomie, Lebensmitteln, Dienstleistern, Bildungs- und Gesundheitsangeboten zudem vertraute Traditionsbetriebe.

Das idyllische Dorf verfügt über einige Standortvorteile: Bahnhof, Marktplatz, Kino, Bücherhalle und Parkplätze. Neben Einheimischen (13.487 Stand: 2024) zieht es Tausende Touristen an. Das spüren die Geschäftsleute. „Wer entlang der Blankeneser Bahnhofstraße ein Gewerbetreibender ist, kann sich in der Regel über rege Laufkundschaft freuen“, so Diezmann. „Die Nebenlagen haben es schwerer. Da müssen die Kunden schon gezielt hinwollen.“ Kerstin Thieme, Inhaberin des Weinhaus Röhr, befindet sich in der sogenannten Nebenlage. Sie berichtet: „Das Weinhaus Röhr ist seit 1946 in Blankenese verwurzelt. Und nicht nur das Weinhaus ist hier zu Hause, sondern auch wir. Viele unserer Kunden kennen wir lange, manchmal schon in zweiter oder dritter Generation. Und die Blankeneser genießen gerne, aber bewusst und sind an fundierter Beratung und Hintergründen interessiert. Zudem schätzen wir die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und das gute Netzwerk im Dorf.“

Nachgefragt bei Oliver Diezmann, wie die Stimmung unter den 100 Mitgliedern der Interessengemeinschaft sei, antwortet der Vorsitzende: „Optimistisch!“ Die Saison geht jetzt endlich richtig los, die Menschen haben wieder Lust, durch die Geschäfte zu bummeln. Bei dem Gang wird deutlich, dass wenige Objekte leer stehen. „Die meisten Flächen sind bereits vergeben. Blankenese kann sich in diesem Jahr auf  tolle neue Angebote freuen!“, so Diezmann.

Nienstedten

Buchbinder Thomas Erdmann
Buchbinder Thomas Erdmann, Nienstedten: „Herausfordernd ist, dass es wenig Laufkundschaft gibt – und die meisten Menschen keinen Buchbinder brauchen. Außerdem sind die Mieten hier hoch.“

Beschaulich geht es an der Nienstedtener Straße zu. Einige Passanten erledigen kleinere Besorgungen, eine Dame berichtet, dass sie besonders den Frischemarkt und die Buchhandlung schätze. Der Einzelhandel hier reicht von exquisit bis traditionell. Auffällig ist der Leerstand. Traditionsgeschäfte (z. B. der Schuster) geben aus Altersgründen auf – oder sie finden keinen Nachfolger. Alt eingesessen ist die Buchbinderei Erdmann (Kanzleistraße). Thomas Erdmann betreibt noch traditionelles Handwerk. Neben seiner Werkstatt im Hinterhof hat er zusätzlich an der Straße seinen Papermoles Store, wo er hochwertige Papierprodukte herstellt. „Auch ich muss mit der Zeit gehen und werde zum Ende des Jahres Änderungen vornehmen.“
Weiter berichtet er: „Leider haben in der Kanzleistraße viele Geschäfte über die Jahre zugemacht, unsere Lage wird also unattraktiver.“

Immerhin versuchen sich einige Unternehmer an etwas Neuem: Statt eines klassischen Fleischers gibt es Sushi, die Weinbar wird zur Tapas-Bar, Leerstand mutiert zum Pop-up-Store oder Kunstraum. Bereits ansässige Geschäfte nutzen die Gunst der Stunde und verlagern ihren Standort – von der Randlage hin zum zentralen Dorfkern. Hier herrscht unter den Anwohner scheinbar eine gewisse Uneinigkeit, wo sich das Zentrum befindet. Traditionell ist der Marktplatz zentral, nahe der Kirche. Die Straßenführung in Nienstedten ergibt aber eher den Eindruck, dass sich das zentrale Geschehen rund um das Eiscafé, die Apotheke, den Drogeriemarkt und die Bushaltestelle verlagert. Immerhin finden sich hier weitere Geschäfte wie Einrichter, Boutiquen, die Bank und ein Restaurant. „Früher hatte Nienstedten eine lebendige Gastro- und Kneipenkultur“, erinnert sich Anwohner Hajo S., „das hat Menschen aus anderen Stadtteilen magisch angezogen. Ein nennenswertes Nachtleben haben wir kaum noch im Dorf.“

Immerhin bleibt die beliebte Buchhandlung erhalten. Arne Meyer-Abich führt das Geschäft seit Januar diesen Jahres weiter. „Wir haben treue Kunden, die unser sorgfältig ausgesuchtes Sortiment und die persönliche Beratung schätzen – für mich war klar, dass ich die Buchhandlung übernehme.“ Birgit Euler-Engelhardt, Inhaberin der Modeboutique Markt26 ist an dem Standort seit Jahren erfolgreich. Vor einiger Zeit hat sie gemeinsam mit Ute Knapp von „Das Fachwerk“ einen gemeinsamen Concept- store (Mode trifft Floristik) ins Leben gerufen. Hier tut sich etwas, ansonsten wirkt Nienstedtens, als ob es aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden möchte.

Rissen

Stefan Moog, Vorstand Gemeinschaft Rissener Kaufleute
Stefan Moog, Vorstand Gemeinschaft Rissener Kaufleute: „Wir arbeiten eng mit anderen Organisationen im Ort zusammen, denn um etwas zu erreichen, geht das nur zusammen. Das halten wir für den Schlüssel.“

Die Wedeler Landstraße wirkt belebt. Jede Parklücke ist belegt. Beim Bäcker, direkt neben der Sparkasse, tummeln sich viele Gäste, Passanten schlendern entlang der Schaufenster. Auf den ersten Blick bietet die gemütliche Einkaufsmeile einen einladenden Mix aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Dingen des täglichen Bedarfs. Und doch gibt es auch hier viel Leerstand. Auffällig sind die vielen Kosmetik- und Nagelstudios, die sich an Textilreinigungen anschließen. Blickfang ist natürlich der leere Pavillon direkt an der Zufahrt zur Meile. Dabei haben sich Gastronomen diesen Platz scheinbar komplett erschlossen: Hier gibt es Fast Food aller Art, ein Eiscafé und eine Dorfkneipe. Der Rundgang durch Rissen weckt in mir gemischte Gefühle: Traditionshäuser wie Topf & Deckel der Metallwarenhändler, die Alte Apotheke, die Buchhandlung und das Restaurant La Fattoria stehen neben modernen, oft schnell wechselnden Angeboten wie Handyshops und Änderungsschneidereien. Eine spannende Mischung aus Alt und Neu?

Dabei fehlt es den vielen Kaufleuten keineswegs an Ideen oder Engagement. Immerhin entwickeln sie tolle Veranstaltungen und beteiligen sich gern an der Organisation von Festen und Ähnlichem. Apotheker Stefan Moog, erster Vorsitzender der Gemeinschaft Rissener Kaufleute, berichtet: „Das Rissener Quartier macht sein intimer und persönlicher Charakter aus; mit vielen inhabergeführten Geschäften in einem guten Branchenmix.“ Er weiß aber auch, dass Rissen mit einem generellen Strukturwandel zu kämpfen hat.

Melanie Peters ist junge Unternehmerin, engagiert führt die seit zwei Jahren die Buchhandlung. Sie hat trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. „Rissen ist ein liebenswertes Dorf, mein Team und ich arbeiten hier gern. Natürlich wäre es schön, mehr Platz auch für Veranstaltungen zu haben, denn diese kommen erfreulich gut bei den Kunden an. Mit Herzblut organisieren wir Lesungen und Veranstaltungen für Jung und Alt – wir sind sehr bemüht, den klassischen Buchhandel weiterhin attraktiv für die Kunden zu halten.“ Fragt man sie und andere Kaufleute nach ihrer Stimmung lautet die Antwort: „Gemischt!“.

In Zufriedenheit mischt sich, laut vieler örtlicher Kaufleute, auch Sorge angesichts offensichtlicher Leerstände. Stefan Moog sagt: „Für die Zukunft würden wir uns einen Bewusstseinswandel der Kunden – hin zu regionalem Kaufen wünschen. Das wäre wirtschaftlich und gesellschaftlich nachhaltig.“

Sülldorf

Segelmacher Thorsten Sperl
Segelmacher Thorsten Sperl, Sülldorf: „Sülldorf könnte mehr für seine Kaufleute tun. Wir sind gespannt, wie sich das Gebiet nach dem Neubau am Bahnhof verändert.“

Wenn man an Sülldorf denkt, fallen einem sofort Bauernhöfe, Pferde und die B431 ein. Die etwas triste Einkauszeile entlang der Bahngleise an der Sülldorfer Landstraße fällt kaum auf. Passanten fehlen. Geradezu wacker halten sich der alteingesessene Reiterladen, die Apotheke, eine Fußtherapeutin und zwei Asiaten. Das Musikhaus hat bereits seit 2019 geschlossen und steht seither leer.

Ich erkundige mich bei Gabriela Shahin, Inhaberin des Reiterladens, wie die Geschäfte laufen. Gut gelaunt berichtet sie:  „Ich kann mich nicht beklagen. Wir bieten für den Ort genau das richtige Angebot. Meine Kunden kommen gern zu mir, weil sie meine Beratung und die Qualität schätzen – das persönliche Erlebnis.“  Natürlich wünscht sich die Kauffrau aber mehr Leben an der kleinen Ladenzeile.  „Ein Café wäre eine schöne Bereicherung“, so Shahin. Das deutliche Problem Sülldorfs ist, dass durch die Magistrale kein klares Zentrum besteht. Die Geschäfte drängen sich entlang der B431. Zwar gibt es einen großen Supermarkt, einen Bäcker und Ärzte, aber gemütlich ist es entlang der Straße nicht. Ein größerer Player ist die Segelmacherei. Die hübsch dekorierten Schaufenster ziehen  die Blicke auf sich. Segelmacher Thorsten Sperl berichtet: „Wir sind seit 25 Jahren an diesem Standort. Unsere Kunden suchen uns gezielt auf, dass ist unser Vorteil. Ansonsten ist das hier leider eine recht tote Ecke.“

Einen Zusammenschluss der Kaufleute hat das Dorf nicht. Immerhin gibt es seit vielen Jahren das „Sülldorf Forum“, bestehend aus Firmen, Vereinen, Landwirten, Politikern, Bürgern und weiteren Akteuren. Auf der Festwiese beim Schäfchen Spielplatz veranstalten Institutionen wie Sportverein und Freiwillige Feuerwehr immerhin regelmäßig Feste und Veranstaltungen, aber die Kaufleute scheinen für sich noch keinen gemeinsamen Weg gefunden zu haben, ihrem Sülldorf etwas mehr Flair einzuhauchen.

Iserbrook

Mia Cers, Inhaberin Flohkids
Mia Cers, Inhaberin Flohkids, Iserbrook: „Leerstände bieten eine große Chance: Wenn diese mit attraktiven Konzepten gefüllt werden, kann das den Standort deutlich aufwerten.“

Mehr Charme wünschen sich sicherlich auch die Iserbrooker für ihre Einkaufszeile. Die örtliche Ladenzeile erfüllt zwar ihren Zweck – Dinge des täglichen Bedarfs und gesundheitliche Versorgung sind hier zwar an der Sülldorfer Landstraße gegeben, aber wirkliche Aufenthaltsqualität bietet das Zentrum – das eine riesige Kreuzung ist – noch nicht. Der Bäcker, ein Italiener mit eigener Eisdiele, ein Asiate sowie künftig ein Dönermann möchten Kunden animieren, hier ihre Zeit zu verbringen. Die Fertigstellung des großen Eckgebäudes an der Kreuzung führt wieder zu mehr Passantenaufkommen, denn Sparkasse, Supermarkt, Blumengeschäft, Ärzte, Friseur, Kiosk und weitere decken den Bedarf.

Immerhin haben die wenigen Kaufleute entlang der Magistrale ihre Hausaufgaben gemacht: Nachhaltigkeit und Regionalität sind den Iserbrookern ein Anliegen: Der Frischemarkt, der Bio Supermarkt sowie das benachbarte Kinder-Second-Hand Geschäft  gehen mit ihrem Angebot darauf ein.
Mia Cers, Flohkids-Inhaberin, berichtet über den Standort: „Eine große Herausforderung sind definitiv die Parkmöglichkeiten. Es gibt einfach zu wenig Parkplätze für die Anzahl an Geschäften und Besuchern, was es für Kunden teilweise schwierig macht, spontan vorbeizukommen.“

Laut der Geschäftsfrau gibt es ein kleines Netzwerk, „der Austausch ist sehr positiv. Perspektivisch wäre es schön, diese Vernetzung weiter auszubauen und gemeinsam Aktionen oder Maßnahmen für den Standort zu entwickeln, um die Attraktivität insgesamt zu steigern.“ Übrigens kann sich Iserbrook nicht über großartigen Leerstand beschweren. Lediglich zwei Objekte warten auf neue Impulse, dem Ort etwas mehr Leben einzuhauchen.

Alt-Osdorf

Weinhändlerin Bettina Bünger
Weinhändlerin Bettina Bünger, Alt-Osdorf: „Mein Wunsch wäre es mit den Kaufleuten aus Alt-Osdorf noch intensiver zusammenzuarbeiten. Eine Möglichkeit könnte ein gemeinsames Straßen- oder Sommerfest sein, um das Viertel zu vereinen.“

Wer aus der Vogelperspektive auf Alt-Osdorf blickt, stellt fest, dass sich an der Kreuzung Osdorfer Landstraße/Rugenbarg die meisten Geschäfte des täglichen Bedarfs tummeln. Über zu wenig Drogeriemärkte und Lebensmittelgeschäfte können sich die Anwohner auf jeden Fall nicht beschweren. Bedauert wird aber der Wegzug der Sparkasse. Begrüßenswert wäre die bereits in der Diskussion befindliche Tempozone, denn der Durchgangsverkehr ist hier unglaublich hoch; die Passanten queren zudem unkoordiniert die Straße. Was auffällt ist, dass die Einzelhändler hier zwar ein großes, gemeinsames Werbeschild mit ihren Logos präsentieren, aber ansonsten scheinen die meisten ihr eigenes Süppchen zu kochen. Bettina Bünger vom Vino Weinmarkt würde sich da mehr Austausch unter den Kaufleuten wünschen. Astrid Brockmann vom Bürger- und Heimatverein Osdorf kennt den Stadtteil genau und weiß: „Ich schätze das bunte Treiben und das dörfliche Miteinander.“

Auffällig ist: Alt-Osdorfs Zentrum rund um die kleine Ladenzeile bei der Apotheke, hat keinen Leerstand. Die Stimmung unter den Geschäftsleuten ist optimistisch, obwohl natürlich auch hier Personalmangel und steigende Kosten Themen sind. Immerhin halten sich auch hier traditionelle Geschäfte wie der Fleischer Radbruch und der Fischhändler – seit Generationen vertrauen die Kunden diesen Fachhändlern.

Othmarschen

Nikoletta Ehlers, Vorständin IG Waitzstraße
Nikoletta Ehlers, Vorständin IG Waitzstraße: „Wir verfügen über ein außergewöhnlich vielfältiges Angebot. Die Straße entwickelt sich kontinuierlich weiter, ohne ihren unverwechselbaren Charakter zu verlieren."

Die Waitzstraße zählt zu den charmantesten Einkaufstraßen im Hamburger Westen. Mit zahlreichen inhabergeführten Geschäften, spezialisierten Fachhändlern und traditionsreichen Unternehmen zieht sie jährlich Tausende Kunden an. Zig Händler sind seit Jahrzehnten familiengeführt, wie die Buchhandlung Harder, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, die Fleischerei Hübenbecker, das Reformhaus und weitere.

Ich treffe mich mit Nikoletta Ehlers-Polyzou vor ihrem Papierhaus. Unweit ihrer zweiten Unternehmung – der Buchhandlung Harder. Sie ist Vorständin der Interessen Gemeinschaft Waitzstraße und engagiert sich mit viel Herzblut. Rund 80 Mitglieder zählt die IG Waitzstraße. Gemeinsam machen wir einen Rundgang. Fachkundig berichtet sie über das gemeinsame Engagement für die ansässigen Unternehmer, aber natürlich auch die Anwohner. „Othmarschen insgesamt leidet seit Jahren unter den vielen Baustellen. Die Geschäftsmenschen natürlich im Besonderen, weil ganze Straßen und Zufahrten für Kunden und Anlieferer gar nicht mehr passierbar waren, und zum noch Teil sind – auch in den Nebenlagen.“ Eine große Entlastung haben die Poller entlang der Parkplätze gebracht. Dank ihnen gab es seit vier Jahren keine Autounfälle mehr in der Waitzstraße. Eine große Erleichterung für alle am Ort.

Nikoletta Ehlers-Polyzou ist gemeinsam mit anderen aktiven IG Mitgliedern im stetigen Austausch mit dem Bezirksamt Altona, zum Beispiel über den Bodenbelag der Waitzstraße, der ganz schön beansprucht wirkt. „Wir sind sehr froh über den konstruktiven Austausch mit dem Amt.“ Wir passieren den Bereich, wo sich ein kleiner Platz in Richtung S-Bahn öffnet, auf dem sich einige gastronomische Betriebe versammelt haben. „Die Waitzstraße ist weit mehr als eine Einkaufsadresse: Sie ist ein lebendiger Treffpunkt und ein zentraler Ort der Nachbarschaft. Wir bieten hier moderne Vielfalt in wohnlicher Atmosphäre – wir sind das Wohnzimmer des Viertels.“

Dass die Meile attraktive Geschäftsmodelle anzieht, machen auch die aktuellen Neuzugänge deutlich: New Port, Café Lubov, Akai Restaurant, Cook da Book, Reformhaus und viele weitere. Die Fluktuation scheint natürlich, Leerstand nicht von langer Dauer. Alles in allem herrscht unter den Händlern eine optimistische Stimmung.

Ich bedanke mich bei allen, die sich für mich Zeit genommen haben. Mein Eindruck ist, dass sich der Handel im Hamburger Westen insgesamt positiver Stimmung erfreut. Und: dass die Kunden ihre Locals unterstützen, denn dabei erleben sie noch echte Nähe, Qualität und Authentizität.

Anna-Lena Walter
Anna-Lena Walter
Redakteurin Print / Online
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