ESSEN UND TRINKEN
Scholle, Butt und Hering
Fische, Restaurants und Geschäfte

An die harte Arbeit der Fischer denkt kaum ein Kunde. Weder im Fischgeschäft noch im Restaurant wird thematisiert, was geleistet werden muss, bevor der „Loup de mer in der Salzkruste“ oder auch „Matjes mit Hausfrauensauce“ auf dem Teller liegen. „Die Fischerei gehört sicherlich zu den härtesten Jobs“, sagt Andreas Patzer vom „Blankeneser Fischhuus“. Seinen
Kunden geht es meist um Rezepte, Saucen und Garzeiten.

Glücklich, wer heute noch einen in freier See gefangenen Steinbutt bekommt. Wobei die Preise für wildlebenden Fisch immer stärker angezogen haben. „Wildfang hat seinen Preis“, so Nathalie Gideon.
Wildfang hat seinen Preis
So werden Themen wie Aquakultur und Überfischung immer wichtiger. Denn kein Zweig der Ernährungsindustrie ist seit den 70er Jahren so schnell gewachsen wie die Aquakultur – mit jährlichen Zuwächsen von fünf bis sechs Prozent.


Der Markt für Zuchtfische wächst, weil Fisch beliebt ist und die Weltbevölkerung immer weiter anwächst. „Ohne Fischaufzucht in umweltverträglichen Aquakultursystemen wird der Bedarf nicht zu decken sein“, sagt Carsten Schulz von der Kieler Universität.
Wer beim Thema Fisch den Aspekten Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Gesundheit gerecht werden will, hat es schwer – vor allem als Gastronom. Denn Gäste erwarten ein breites Angebot, Artenschutz hin, Ökologie her.
Weniger produzieren, weniger verzehren?
Schon der häufige Wunsch nach Filet wird dem Produkt Fisch nicht gerecht. Eine Alternative dazu ist für Kenner der im Salzmantel gegarte, ganze Fisch. Oder die Karkassen werden für einen Fischfond oder eine Bouillabaisse verarbeitet.

Selten und bewusst solle Fisch überhaupt auf den Tisch kommen, so die Umweltschützer. Angesichts regelmäßiger, tatsächlicher oder auch inszenierter, Fleischskandale, wenden sich aber immer mehr Konsumenten dem Fisch zu. Oder Menschen auf dem Weg zum Vegetarismus werden zunächst mal zu Pescetariern.

Heute findet der Gast Fischrestaurants in der ganzen Stadt. Die besten liegen übrigens entlang der Elbe.
Autor: helmut.schwalbach(at)kloenschnack.de
Redaktionelle Mitarbeit: Louisa Heyder
