BEMERKENSWERTES
„Überraschend wie ein Atomangriff“
Aus dem Amtsgericht

Gemeinsam mit seiner Ehefrau hatte der Vater des Jungen am 4. Dezember die Wohnung verlassen, um das Auto abzuholen, das seine Frau nach einer Weihnachtsfeier auf dem Süllberg hatte stehenlassen. Seinen Schlüsselbund hatte der Vater zu Hause liegen lassen. Als das Ehepaar zurückkehrte, sah es den Sohn in einer Blutlache liegen. Neben ihm lag die Waffe des Vaters, eine halbautomatische Pistole, Modell „Star“. Für uns war das „überraschend wie ein Atomangriff“, so der Angeklagte. Die Waffe soll der Junge aus dem väterlichen Tresor mit in das Kinderzimmer genommen, an die Schläfe gehalten und abgedrückt haben. Der Sohn überlebte nach längerem Aufenthalt auf der Intensivstation. Heute hat er keine Beschwerden mehr und laut Arzt ist das heute noch im Kopf des Jungen befindliche Projektil „unbedenklich“.
Rätselhaft und unaufgeklärt bleibt in dem Verfahren, woher die Munition stammt. Denn der 59-jährige Vater bestreitet den Besitz von Munition. Zwar hat der Mann eine Waffenbesitzkarte für die geerbte Pistole, Munition darf er trotzdem nicht besitzen. Die Staatsanwältin hält die Behauptung, keine Munition besessen zu haben, für unglaubwürdig. „Der Angeklagte wusste, dass er Patronen besaß.“ Damit habe er gegen das Waffengesetz verstoßen. Die Anklagevertreterin hält die Vorwürfe gegen den Vater für bestätigt und beantragt 2.400 Euro Geldbuße. Während sich die Staatsanwältin knapp fasst, holt der Veteidiger Tim Burkert weit aus. „Was treibt die Staatsanwaltschaft?“, fragt er. Das Verhalten der Staatsanwaltschaft halte er für „willkürlich“. So kommt für den ausführlich plädierenden Rechtsanwalt nur ein Freispruch infrage.
Nach einer Viertelstunde des Nachdenkens spricht Richterin Ursula Stegmann dann das Urteil. Danach muss der Vater des Jungen 2.400 Euro Strafe zahlen. Die Richterin hat sich den Spruch nicht leicht gemacht. In ihrer Urteilsbegründung wird spürbar, dass ihr einige Zweifel geblieben sind. Etwa eine Antwort auf die Frage, warum sich ein 15-Jähriger eine scharfe Waffe an die Schläfe setzt und abdrückt. HS
FILMVORFÜHRUNG
Mit der MS Hanseatic auf Expedition ins Eis

Der Film zeigt im ersten Teil seine Fahrt mit dem Hapag-Lloyd Expeditionsschiff MS Hanseatic zur Westküste Grönlands – mitten durch beeindruckende Eisberge. Im zweiten Teil entführt der Abenteurer die Zuschauer zu den Eisbären Kanadas. In einzigartigen Aufnahmen fängt er eine Eisbärenmutter mit ihrem Nachwuchs ein und besucht das sogenannte Eisbärengefängnis in Churchill.
Die Filmvorführung wird von einer Verlosung begleitet. Der erste Preis ist die Besichtigung der MS Hanseatic im Juni 2016 mit einem anschließenden Mittagessen. Hartmut Thierfelder sagt: „Der Preis ist etwas Besonderes, denn die Expeditionsschiffe liegen nur selten in Hamburg vor Anker. “
Der Erlös des Abends geht an den Verein „Wedel für Kinder in Not“ (WIKI), den Wedels ehemalige Stadtpräsidentin Sabine Lüchau leitet.
21. November, 16 Uhr in der Aula des Johann-Rist-Gymnasiums, Am Redder 8, 22880 Wedel, Eintritt: 8 Euro
BLANKENESE
Tag der offenen Tür in der Bugenhagenschule
Oesterleystraße 22
ISERBROOK
Tag der offenen Tür in der Schule Iserbrook
Musäusstraße 29
KALENDER
Maritim durchs Jahr

KJM Buchverlag, ISBN 978-3-945465-14-1, 18 Euro
EIDELSTEDT
Lesepaten gesucht

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