7. März 2026
Kultur

Sabine Kaack bringt Siegfried Lenz auf die Bühne

Schauspielerin Sabine Kaack feiert mit einem besonderen Literatur-Konzert im Ohnsorg Theater Deutschland-Premiere. „Der Geist der Mirabelle“ verbindet Geschichten von Siegfried Lenz mit barocker Live-Musik – und wird komplett auf Plattdeutsch präsentiert.

Sabine Kaack auf der Bühne

In einer Mischung aus Humor, Satire, Groteske und großer Live-Musik liest Sabine Kaack in allen nur möglichen stimmlichen Höhen und Tiefen "Der Geist der Mirabelle - Geschichten aus Bollerup". // Foto: Sinje Hasheider

Schauspielerin Sabine Kaack bringt anlässlich des 100. Geburtstags des Schriftstellers Siegfried Lenz ein ungewöhnliches Bühnenprojekt nach Hamburg. Am Montag, 16. März, feiert ihr Literatur-Konzert „Sabine Kaack & United Baroque – Der Geist der Mirabelle“ um 19.30 Uhr im Ohnsorg Theater Deutschland-Premiere.

Im Mittelpunkt stehen die „Geschichten aus Bollerup“, eine Sammlung humorvoller und zugleich tiefgründiger Erzählungen von Siegfried Lenz. Kaack entdeckte die Texte vor rund einem Jahr in einer plattdeutschen Übersetzung von Reimer Bull. „Ich war sofort in Siegfried Lenz verliebt“, erinnert sich die Schauspielerin. Besonders beeindruckt habe sie der feine Humor und die sprachliche Präzision der zwölf Geschichten.

Die Erzählungen aus dem fiktiven Ostseedorf Bollerup verbinden Satire, Alltagsbeobachtung und norddeutschen Humor. Obwohl sie bereits 1975 erschienen, wirken viele Szenen erstaunlich zeitlos.

Literatur trifft barocke Live-Musik

Für ihre Inszenierung kombiniert Sabine Kaack die Lesung mit klassischer Musik. Begleitet wird sie vom Ensemble „United Baroque“, bestehend aus Musikerinnen und Musikern der renommierten „lautten compagney Berlin“. Violine, Violoncello und Percussion begleiten die Geschichten mit Werken von Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel.

Auf der Bühne entsteht so eine Mischung aus Lesung, Konzert und Schauspiel. Kaack erzählt die Geschichten in unterschiedlichen Tonlagen und Figurenstimmen – von humorvoll bis dramatisch. Die musikalischen Zwischenspiele setzen dabei atmosphärische Kontraste.

Das Dorf Bollerup, in dem viele Bewohner denselben Nachnamen tragen und sich deshalb mit Spitznamen wie „Schinken-Peter“, „Dorsch“ oder „Kneifzange“ unterscheiden, liefert den Stoff für skurrile und zugleich liebevolle Charakterstudien. Eine besondere Rolle spielt der selbstgebrannte Mirabellengeist, der für ungewöhnliche Ideen und so manche kuriose Situation sorgt.

Norddeutsche Wurzeln prägen das Projekt

Die Verbindung zum Norden zieht sich durch das gesamte Projekt. Siegfried Lenz lebte viele Jahre in Hamburg, Komponist Georg Philipp Telemann wirkte ebenfalls lange in der Hansestadt. Des weiteren war Übersetzer Reimer Bull Professor in Kiel.

Ebenso ist Sabine Kaack selbst eng mit der Region und der plattdeutschen Sprache verbunden. Die Schauspielerin, die durch Serien wie „Diese Drombuschs“ bundesweit bekannt wurde, wuchs in Schleswig-Holstein auf und sprach als Kind zunächst ausschließlich Plattdeutsch.

2016 wurde sie zur „Offiziellen Botschafterin des niederdeutschen Theaters als nationales immaterielles Kulturerbe der UNESCO“ ernannt. Mit „Der Geist der Mirabelle“ verbindet sie diese sprachliche Leidenschaft mit ihrer Arbeit als Schauspielerin und Sprecherin.

Nach der Premiere im Ohnsorg Theater soll das Literatur-Konzert auch auf Deutschland-Tournee gehen. Geplant sind sowohl eine plattdeutsche als auch eine hochdeutsche Fassung des Programms.

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