Weihnachtsbaumabholung in Hamburg: Unterwegs mit der Stadtreinigung
Bis zu 200.000 Weihnachtsbäume sammelt die Stadtreinigung Hamburg jedes Jahr ein. Teamleiter Matthias Mielke erklärt, wie die Weihnachtsbaumabholung funktioniert – und was aus den Tannen wird.
Erst festlich geschmückt im Wohnzimmer, dann oft auf einem großen Haufen an der Straße und dann einfach weg. Den Weg gehen die Weihnachtsbäume Jahr für Jahr. Für das „einfach weg“, also die Weihnachtsbaumabholung, sorgt unter anderem Matthias Mielke. Er ist Teamleiter und Presswagenfahrer bei der Stadtreinigung Hamburg (SRH).
Weihnachtsbaumabholung: Termine online
Zwei feste Termine gibt es für jeden Stadtteil, diese sind online einzusehen. Los geht es diesmal am 5. Januar, am 17. Januar werden die letzten Weihnachtsbäume eingesammelt. Fünf Tonnen Tannen pro Tag lädt Mielke mit seinem fünfköpfigen Team im Durchschnitt ein. „Das ist eine schöne Arbeit, man kommt viel mit den Leuten auf der Straße in Kontakt und nach den Feiertagen sind die meisten gut gelaunt“, sagt er. Aber nicht jeder Baum wird mitgenommen. Er darf maximal 2,50 Meter groß, muss komplett abgeschmückt und ohne Fuß sein.
Die Tannenbäume werden entweder direkt vor Ort geschreddert oder als ganze Bäume eingesammelt und zu Hamburger Holzaufbereitern gefahren. Dort werden sie zu Brennmaterial für das SRH-eigene Biomassekraftwerk aufbereitet und anschließend wiederum in Strom und Dampf für die Fernwärmeversorgung umgewandelt.
Ich bin Fahrer bei der Sperrmüllabfuhr – wir holen in ganz Hamburg bei Privatpersonen die unterschiedlichsten Gegenstände ab. Von der Zahnbürste bis zum Schrank ist alles dabei. Pro Tag fahren wir zwischen 10 und 18 Kunden an. Mit größeren Sachen wie einer Haushaltsauflösung ist man auch mal drei Tage beschäftigt. Im Januar haben wir immer eine besondere Arbeit: Wir holen die Tannenbäume ab, und das sind in Hamburg ziemlich viele: Etwa 200.000 waren es im Vorjahr.
Matthias Mielke ist Teamleiter bei der Stadtreinigung.
Die Weihnachtsbaumabholung macht aber natürlich nur einen sehr kleinen Teil der Arbeit von Matthias Mielke aus. Den Rest des Jahres holen er und seine Kollegen Sperrmüll ab – anders als in anderen Bundesländern nicht nur von der Straße, sondern auch aus Wohnung, Keller oder vom Dachboden. „Sofern es passt. Sonst muss jemand zur Zerlegung kommen. Denn manche Möbelstücke passen einfach nicht durchs Treppenhaus oder die Tür.“ Wenn es aber passt, wird alles mitgenommen, egal ob Schrank, Bett oder auch nur Klappstuhl und Zahnbürste. Gut erhaltene Möbelstücke werden beim SRH-Secondhand-Kaufhaus Stilbruch weiterverkauft.
Rund sieben Stunden ist Mielke mit seinem Team täglich unterwegs, bei bis zu 18 Kunden. „Je nachdem, wie viel wir einladen müssen und wie lang die Strecken dazwischen sind“, erklärt Matthias Mielke die Schwankungen.
Von Messi-Wohnung bis Villa hat er schon alles gesehen: „Manches bleibt hängen und man redet länger drüber, aber es ist einfach unser Alltag.“ Eine Routine, die aber nicht langweilig wird: „Wir haben jeden Tag mit anderen Menschen zu tun, mit anderen Charakteren und Persönlichkeiten. Das macht für mich den Reiz aus“, sagt Mielke.