16. Januar 2026
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AGA-Wirtschaftstest: Wirtschaftliche Lage bleibt schwierig

Hohe Gesamtkosten belasten norddeutsche Händler und unternehmensnahe Dienstleister im 4. Quartal.

Dr. Hans-Fabian Kruse

AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse (Foto: Ullrich Perrey)

Wie der AGA-Wirtschaftstest für das 4. Quartal 2025 zeigt, haben hohe Gesamtkosten den norddeutschen Händlern und unternehmensnahen Dienstleistern zu schaffen gemacht. Die Gewinnlage war entsprechend verhalten. Für die kommenden sechs Monate rechnet eine deutliche Mehrheit zumindest mit gleichbleibenden Umsätzen und Gewinnen. Trotz der herausfordernden Lage haben 77 Prozent der Unternehmen in 2025 die Gehälter erhöht, davon 60 Prozent übertariflich.

AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse: „Die Unternehmen halten Kurs, auch wenn die See rau bleibt. Viele Betriebe kämpfen mit hohen Kosten, Regulierung und einer spürbaren Exportflaute. Für den norddeutschen Außenhandel sind die schwache Auslandsnachfrage und der zunehmende Wettbewerbsdruck spürbar. Der leichte Anstieg des AGA-Indikators ist daher ein Zeichen für eine erste Stabilisierung, nicht für Entwarnung. Für die kommenden Monate brauchen wir Augenmaß bei allen Entscheidungen, die die Kosten weiter beeinflussen – auch in den Tarifverhandlungen. Entscheidend ist, dass die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt und die Außenwirtschaft strategisch stärkt. Nur so kann die Wirtschaft den vorsichtigen Aufwärtstrend im neuen Jahr fortsetzen.“

Umsätze und Gewinne

Im vierten Quartal 2025 verzeichneten 37 Prozent der befragten Unternehmen einen Umsatzrückgang, 29 Prozent blieben stabil, 35 Prozent legten zu. Insgesamt sank der Umsatz im Durchschnitt real um 0,7 Prozent (nominal: -0,4 Prozent). Die Gewinnlage blieb entsprechend verhalten: 60 Prozent bewerten ihre Gewinne als „befriedigend“, 16 Prozent als „gut“ und 24 Prozent als „schlecht“. Steigende Gesamtkosten bei 68 Prozent der Unternehmen dämpften die Erträge.

Für die nächsten sechs Monate erwarten die norddeutschen Unternehmen eine Stabilisierung bei den Umsätzen und Gewinnen: 60 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen, 29 Prozent sogar mit einer Verbesserung. Von einer konstanten Gewinnlage gehen 64 Prozent der befragten Firmen aus, 24 Prozent stellen sich aber auch auf einen Gewinnrückgang ein.

AGA-Indikator über 100 Punkte-Marke

Der AGA-Indikator steigt auf 105,4 Punkte (Vorquartal: 99,4) und überschreitet damit wieder die wichtige 100-Punkte-Marke. Während der Dienstleistungssektor mit 118,4 Punkten (Vorquartal: 109,1 Punkte) deutlich zulegt, erreicht der Groß- und Außenhandel 100,5 Punkte (Vorquartal: 96,6 Punkte). Vor einem Jahr lag der Indikator deutlich niedriger bei 83,6 Punkten. Zum Jahresende wurden die Unternehmen zusätzlich zur Gehaltsentwicklung befragt. 77 Prozent der Unternehmen haben die Gehälter in 2025 erhöht – 60 Prozent davon übertariflich.

Regionale Unterschiede im AGA-Wirtschaftstest

Die norddeutschen Bundesländer im Überblick: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz in Hamburg um real 0,3 Prozent (nominal: +0,5 Prozent) und in Schleswig-Holstein um real 0,3 Prozent (nominal: +0,8 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern ging er um real 2,5 Prozent nach oben (nominal: +3,1 Prozent) und in Niedersachsen sank er um real 0,4 Prozent (nominal: +0,2 Prozent). In Bremen stieg der Umsatz im vierten Quartal deutlich um real 3,2 Prozent (nominal: +4,7 Prozent).

Das sind zentrale Ergebnisse des AGA-Wirtschaftstest, den der Unternehmensverband vom 3. Dezember 2025 bis zum 2. Januar 2026 unter den norddeutschen Unternehmen durchgeführt hat.

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