Zur Wiederöffnung nach der Winterpause erwartet die Besucherinnen und Besucher im Hafenmuseum am Sonntag von 10 bis 18 Uhr ein buntes Programm für die ganze Familie: Neben Barkassenfahrten im Hansahafen können die an der Kaikante liegenden, schwimmenden Großobjekte wie der Schutendampfsauger IV und der Schwimmkran SAATSEE besucht werden. Kurz-Führungen stellen die Neuigkeiten auf der Viermastbark PEKING und im Schaudepot des Museums vor – der Besuch der PEKING ist an diesem Tag kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Um 15 Uhr liest die Schauspielerin Dorit Ehlers aus dem Roman „Der Mann im Strom“ von Siegfried Lenz; anschließend gibt es passend dazu eine Vorführung des traditionellen Kupferhelmtauchgeschirrs. Kinder können unter dem Motto „Alles rund um den Fisch“ von 14 bis 17 Uhr Fische aus bunter Wolle und aus Luftballons mit Glitzermuster gestalten und zum Thema „Orientierung auf See“ bieten die Ehrenamtlichen des Deutschen Hafenmuseums von 12 bis 18 Uhr Vorführungen und Mitmachaktionen zur Morsetechnik und zum Umgang mit Wetterdaten an. Für das leibliche Wohl sorgt der Kaffeewagen auf dem Vorplatz des Schuppens 50A.
Neuigkeiten auf der historischen Viermastbark PEKING
Erstmals ist in der neuen Saison an Bord des beliebten Frachtseglers eine Präsentation mit dem Titel „Die PEKING entdecken. Räume, Reisen, Hafenwelten“ zu sehen. Im Fokus der kompakten Ausstellung, die im Rahmen der geführten Rundgänge über das Schiff besucht werden kann, steht die Geschichte der PEKING vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und Chile. Von 1911 bis 1932 transportierte die Viermastbark aus der Reihe der berühmten Flying-P-Liner mit dem Chilesalpeter einen Rohstoff, der unter extremen Arbeitsbedingungen in der chilenischen Atacama-Wüste abgebaut und in Deutschland zu Düngemitteln, Farben und Sprengstoff verarbeitet wurde. Vor dem Hintergrund des heutigen Kupfer- und Lithium-Imports aus Chile und der Renaissance der Windkraft in der Schifffahrt schlägt die Ausstellung eine Brücke in die Gegenwart. Darüber hinaus wird gezeigt, wie sich die PEKING in den vergangenen 115 Jahren vom Fracht- zum Internats- und schließlich zum Museumschiff verwandelt hat. Interaktive Elemente wie ein Tastmodell und eine Salpetersack-Station an der Ladeluke geben der Präsentation einen weiteren Erlebniswert.
Mit den Arbeiten in der vergangenen Winterpause konnte auf der PEKING die Rekonstruktion der Kapitäns- und Mannschaftsräume abgeschlossen werden. Der wieder komplett eingerichtete Kapitänssalon, die vollständig rekonstruierten Kammern der Offiziere sowie die Mannschaftsräume auf der Backbord-Seite und die Kombüse geben den Besucherinnen und Besuchern bei den Rundgängen über das Schiff einen realistischen Eindruck vom einstigen Leben und Arbeiten an Bord. Besonders eindrucksvoll ist der Jugendstil-Salon mit hölzerner Kastendecke, Wandverkleidungen aus Vogelaugen-Ahorn und dem historischen Schiffsofen der baugleichen PASSAT, der dank der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven als Dauerleihgabe gewonnen werden konnte. Aufgrund der großzügigen Unterstützung des Vereins der Freunde der Viermastbark PEKING konnten die Rekonstruktion der fünf gepolsterten Captain Chairs und dem einstigen Schiffsherd zur Bewirtung von bis zu 90 Personen realisiert werden.
Neuigkeiten im Schaudepot des Schuppens 50A
Im Schaudepot des Schuppens 50A, in dem auf etwa 2.500 Quadratmetern mehr als 10.000 Objekte zu den Themen Hafenarbeit, Güterumschlag, Schiffbau und Revierschifffahrt versammelt sind, wird in der neuen Saison das mit Mitteln des Fördervereins Hafenkultur e.V. des Vereins HansaHafen MuseumsMarketing e.V. restaurierte Bahncheckerfahrzeug präsentiert, das bis zum Jahr 2012 auf dem Hamburger Containerterminal Altenwerder eingesetzt wurde. Der „Checker“ fuhr mit dem von den Hafenarbeitern auch als „Papamobil“ bezeichneten Fahrzeug an den Eisenbahnwaggons vorbei und registrierte die Nummern der auf den Waggons deponierten Überseecontainer. In der Schiffbauabteilung des Schaudepots ist als weitere Neuigkeit das Modell einer gekapselten Zweizylinder-Verbunddampfmaschine der Hamburger Firma Christiansen & Meyer zu sehen, der letzten Entwicklungsstufe von Schiffsdampfmaschinen, die bis 1963 gebaut wurden. Da es keine dieser Maschinen in Originalgröße mehr gibt, handelt es sich bei dem Modell um das letzte funktionstüchtige Zeugnis dieser einst innovativen Entwicklung.
Veranstaltungsangebote in der Saison 2026 im Hafenmuseum
Auch in der Saison 2026 erwartet die Besucherinnen und Besucher am Standort Schuppen 50A wieder ein vielfältiges Veranstaltungsangebot: Als Vorprogramm zur Langen Nacht der Museen am 18. April, an dem auch der 5. Hamburger Plattdeutschtag gefeiert wird, finden plattdüütsche Rundgänge statt und ein Gastspiel des Ohnsorg-Theaters präsentiert das Stück „Nils Holgersson – En wunnerbore Reis“. Während der Langen Nacht der Museen geht es unter dem Motto „Auf Spurensuche“ um Geschichten von verschwundenen Schiffen und von verschwundenen Häfen im antiken Mittelmeerraum sowie um die Arbeit von Spürhunden bei der Polizei. Zum Hamburger Hafengeburtstag (8. bis 10. Mai) ermöglicht ein Barkassen-Shuttle von den Landungsbrücken einen stilechten Besuch am Standort Schuppen 50A, wo verschiedene Mitmach-Aktionen, Vorträge und Musik angeboten werden.
Im Rahmen des Hamburger Architektursommers widmet sich am 4. Juni eine Podiumsdiskussion den Möglichkeiten einer nachhaltigen Transformation mit Blick auf die Bau- und Entwicklungsvorhaben in den Häfen von Bremerhaven, Rostock und Cuxhaven. Am 14. Juni heißt es dann „Swing im Hafen“, wenn im Deutschen Hafenmuseum in Kooperation mit dem Festival „48h Wilhelmsburg“ einen ganz Tag lang Swing-Bands und Tanzschulen zum Mitmachen einladen. Ein begleitender Vortrag der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg beschreibt am Beispiel der Swing-Kids die Verfolgung, aber auch die Möglichkeiten von Widerstand im Nationalsozialismus. Zum Phönix Festival (9. bis 12. Juli), dass sich in diesem Jahr unter dem Motto „Utopien“ auch mit der Zukunft des Hafens auseinandersetzt, finden neben musikalischen Darbietungen und szenischen Rundgängen Filmvorführungen, Vorträge und ein Mitmachprogramm für die ganze Familie statt. Am 20. Juni lädt das Museum wieder zum Aktionstag „Historischen Güterumschlag“ und am Wochenende des 22. und 23. August zu den zur Tradition gewordenen Schiffsmodellbautagen ein. Im September (9. bis 11.9.) wird im Rahmen von „Flexibles Flimmern“ die Edgar-Wallace-Verfilmung „Die Tote aus der Themse“ gezeigt, die 1971 in Hamburg gedreht wurde. Zudem werden in der neuen Saison wieder die viel nachgefragten Nachtwandel-Spaziergänge und Fahrradexkursionen durch den Hamburger Hafen angeboten.
Geführte Rundgänge über die Viermastbark PEKING
Die Viermastbark PEKING kann auch in der Saison 2026 wieder dank des Engagements des Vereins der Freunde der PEKING im Rahmen von geführten Rundgängen besucht werden. Pro Woche stehen über 30 Termine der einstündigen Führungen auf dem Programm, bei denen sich die Teilnehmenden über die Geschichte des Schiffes, über den Prozess der Restaurierung und über die Rolle der PEKING im globalen Seehandel informieren können. An jedem 2. Sonntag können die Rundgänge auch auf Plattdeutsch gebucht werden. Die Führungen über die historische Viermastbark finden in der Saison 2026 montags sowie mittwochs bis freitags jeweils zum Beginn der vollen Stunde von 10 bis 15 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr statt und dauern circa 60 Minuten. Die Teilnahme kostet 15 Euro pro Person inkl. des Museumsbesuchs. An den Sonntagen werden zudem Sonderführungen zu speziellen Inhalten angeboten: Neben Rundgängen zu den Themen „Technik an Bord der PEKING“, „Die PEKING und der Salpeterhandel“ sowie „PEKING (post)kolonial“ können Führungen über „Die PEKING als ARETHUSA. Die Internatszeit in England von 1932 bis 1974“ und zum „Aberglauben an Bord“ gebucht werden.
Für die Teilnahme an allen Rundgängen ist eine Anmeldung über den Online-Shop auf www.shmh.de erforderlich.
Workshops zum maritimen Handwerk in der Hafenmanufaktur
In der Hafenmanufaktur bietet das Deutsche Hafenmuseum seit einigen Jahren eine Reihe von Workshops an, die den Teilnehmenden verschiedene Techniken maritimer Handwerke vermitteln. Die thematisch unterschiedlichen Wochenendkurse bieten allen Interessierten die Möglichkeit, sich neben dem Erlernen von Grundfertigkeiten auch an aufwändigeren Projekten versuchen zu können. In der Saison 2026 reicht das Angebot der Hafenmanufaktur von Workshops zum Takeln und zum Segelmachen über Kurse zum Schmieden und zum Netze-Knüpfen bis zu Werkstätten aus dem Bereich Fancy-Works. Ein offenes Angebot sind die Termine zum Brassen, bei denen an Bord der Viermastbark PEKING Segelmanöver gelernt und umgesetzt werden können. Weitere Informationen zum Programm der Hafenmanufaktur und zur Anmeldung für die verschiedenen Workshops finden sich auf www.shmh.de.