10. März 2023
Nachrichten

Stadtreinigung Hamburg streikt am Wochenende

Ver.di ruft die Stadtreinigung Hamburg zum Streik vor der nächsten Verhandlungsrunde auf – die Recyclinghöfe bleiben geschlossen, die Mülltonnen voll.

Volle Mülltonnen wegen des Streiks bei der Stadtreinigung

Die vollen Mülltonnen müssen warten. Die Tarifbeschäftigten der Stadtreinigung Hamburg streiken an diesem Wochenende. // Foto: ©The Blowup on Unsplash

Die Mülltonnen bleiben voll: Von heute, 10. März, bis Sonntag, 12. März, streiken die Bediensteten der Stadtreinigung Hamburg (SRH). Die Gewerkschaft ver.di hat alle Tarifbeschäftigten zu einem Warnstreik aufgerufen. Vor der zweiten Verhandlungsrunde in der kommenden Woche will die Gewerkschaft damit ihren Forderungen Nachdruck verleihen.

Alle Bereiche der Stadtreinigung betroffen

Der Streik betrifft die gesamte Stadtreinigung. Sowohl die Recyclinghöfe der SRH, große Teile der Müllabfuhr, der Sperrmüllabfuhr und der Reinigung sowie die mobile Problemstoffsammlung stehen am Wochenende still. Da auch am Sonnabend gestreikt wird, werden die Ausfälle bei der Müllabfuhr am Freitag nicht am Sonnabend nachgeholt. Dies geschieht im Laufe der darauffolgenden Woche sukzessive.

Die SRH bedauert diese Einschränkungen. Mit dem arbeitsbereiten Personal versucht das Team alles, um die Einschränkungen bestmöglich abzufedern. Dementsprechend gibt es Notdienstvereinbarungen zum Winterdienst, zur Verkehrssicherung und zur Entsorgung von Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Dennoch empfiehlt die SRH dringend, Entsorgungen auf einen anderen Tag zu verlegen.

Warum streikt die SRH?

Die Stadtreinigung gehört zum öffentlichen Dienst. ver.di fordert für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, sowie für Azubis 200 Euro mehr und die unbefristete Übernahme.

Jan-Oliver Choinka, Fachkraft für Abfall- und Kreislaufwirtschaft auf einem Recyclinghof, beschreibt die Lage der Beschäftigten: „Die meisten unserer Kolleginnen und Kollegen auf den Recyclinghöfen arbeiten in der Entgeltgruppe vier, also für etwa 2.500 Euro Tabellenlohn. Wir arbeiten gerne bei der Stadtreinigung und wir arbeiten gerne in Hamburg. Aber das Leben hier muss man sich auch leisten können. Die momentane Preissteigerung ist ein echter Schlag ins Kontor und sorgt für Verunsicherung und Zukunftsängste. Wir haben außerdem in der letzten Tarifrunde in den Coronajahren Augenmaß walten lassen. Jetzt ist die Arbeitgeberseite gefordert, ordentlich an der Stellschraube ‚Vergütung‘ zu drehen. Der öffentliche Dienst ist es wert!“

Ole Borgard, Gewerkschaftssekretär für die Stadtreinigung bei ver.di Hamburg: „Wir starten nun mit Warnstreiks auch bei der Stadtreinigung Hamburg. Die Arbeitgeber finden zwar wertschätzende Worte, lehnen aber insbesondere den dringend notwendigen Mindestbetrag in Höhe von 500 Euro kategorisch ab. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Stadtreinigungs-Beschäftigten, von denen sich viele in den mittleren und unteren Entgeltgruppen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst befinden. Temporäre Entlastungspakete reichen nicht aus, um dauerhaft steigenden Kosten zu begegnen. Dafür braucht es eine deutliche Erhöhung der Entgelttabellen – insbesondere in den Entgeltgruppen, in denen die hohe Inflation am meisten weh tut.“

Die Streikenden treffen sich morgens dezentral in den Regionen, ab 13 Uhr findet ein gemeinsamer Ausklang beim Recyclinghof Feldstraße statt.

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