Das europäische Forschungsprojekt Sentinel soll die Energieversorgung militärischer Einsätze effizienter und unabhängiger machen. Gefördert wird das Vorhaben durch den Europäischen Verteidigungsfonds (EDF). Insgesamt arbeiten 42 Partner aus 16 Ländern zusammen – darunter Industrieunternehmen wie Vincorion, Forschungsinstitute und Verteidigungsministerien. Beim ersten großen Treffen aller Projektpartner Anfang Februar 2026 im slowenischen Maribor wurden die nächsten Entwicklungsschritte festgelegt.
Hintergrund des Projekts ist ein zentrales Problem moderner Militäreinsätze: Feldlager, Kommunikationssysteme und Aufklärungstechnik benötigen große Mengen Energie. Die bisher häufig eingesetzten mobilen Generatoren verbrauchen jedoch viel Treibstoff, was aufwendige und verwundbare Nachschubketten erfordert. Sentinel soll deshalb intelligente und nachhaltigere Energiesysteme entwickeln, die Streitkräfte unabhängiger und widerstandsfähiger machen.
Eine wichtige Rolle übernimmt dabei das Unternehmen Vincorion mit Sitz in Wedel. Der Spezialist für Energie- und Mechatroniklösungen bringt seine langjährige Erfahrung in das Projekt ein und entwickelt zentrale Komponenten für die Stromversorgung mobiler Feldlager. Dazu gehören ein 50-Kilowatt-Power Generator Module sowie ein 50-Kilowattstunden-Energy Storage Module. Die Systeme sind darauf ausgelegt, auch unter extremen Einsatzbedingungen wie Hitze, Kälte oder Staub zuverlässig Strom zu liefern.
Derzeit werden die Technologien in realitätsnahen Tests erprobt. Die erste Testkampagne erfolgt gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr in München, anschließend sind internationale Feldtests in unterschiedlichen Klimazonen vorgesehen, unter anderem in den Niederlanden und auf Aruba.
Darüber hinaus arbeitet Vincorion an der Integration verschiedener Energiequellen. Neben Generatoren und Batteriespeichern sollen auch erneuerbare Quellen wie Photovoltaik, Windkraft oder Brennstoffzellen eingebunden werden. Eine intelligente Netzsteuerung kombiniert diese Komponenten zu sogenannten Microgrids, die Energie möglichst effizient verteilen. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen im Projekt eine koordinierende Rolle und verantwortet die Integration der Demonstrationsprototypen sowie den gesamten Bereich Energiespeicherung.