3. März 2022
Umwelt

Fasten mal anders: 40 Tage ohne Plastik

Ressourcen sparen und Plastik vermeiden – der BUND ruft zum Fasten der anderen Art auf. Alle Hintergründe, Tipps und Tricks.

Zu viel Plastik – Fasten!

Rund 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr im Meer – der BUND ruft zum Fasten auf! // Foto: ©Marc Newberry on Unsplash

„To-Go“-Behälter, Becher, Tüten – seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Flut an Einwegartikeln aus Plastik, Papier und Aluminium sichtbar zugenommen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft deswegen zum Fasten der besonderen Art auf: 40 Tage Plastik vermeiden.

Umweltversammlung weist den Weg

Die fünfte Umweltversammlung der Vereinten Nationen hat am Mittwoch in Nairobi den nächsten Schritt im Kampf gegen die Plastikflut gemacht.  Ihre Resolution weist den Weg für ein umfassendes und rechtsverbindliches globales UN-Abkommen für den gesamten Lebenszyklus von Plastik.

Ein Meilenstein, findet Janine Korduan, BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft: „Die großen Mengen an Plastik überall auf der Erde zeigen, wie unverantwortlich wir mit dem Planeten umgehen. Plastikflut, Klimakrise, Artensterben und auch soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten – ihnen kann nur ganzheitlich begegnet werden.“

Plakat zum Plastik-Fasten
Der BUND ruft zum Fasten auf – mit eigenem Hashtag und Plakaten zum selber generieren. // Foto: © Ishan @seefromthesky on Unsplash

Große Ziele im Kleinen umsetzen

Die Arbeit auf globaler Ebene sei wichtig, reiche alleine aber nicht. „Jetzt muss es auch darum gehen, wie wir alle im Alltag viel sparsamer mit Plastik und anderen wertvollen Ressourcen umgehen können“, sagt Korduan.

Zu Beginn der Fastenzeit ruft der BUND deshalb zum „Plastik-Fasten“ auf. Bereits zum sechsten Mal ermutigt der Umweltverband dazu, möglichst auf Plastik und Einwegverpackungen zu verzichten. Denn so können wir die Ressourcen des Planeten schonen.

Warum gerade Plastik?

Mit rund 14 Millionen Tonnen verbraucht und produziert Deutschland so viel Plastik wie kein anderes Land in Europa – Tendenz steigend. Wie problematisch Plastik ist, ist bei vielen noch nicht angekommen. 29 Tüten verbraucht jeder von uns pro Jahr. Jede davon gerade einmal 25 Minuten.

„Viele glauben, dass, wenn wir den vielen Einweg-Müll nur sorgsam trennen, Folien und Verpackungen zu neuen Produkten werden. Das meiste Plastik wird jedoch nicht hochwertig recycelt, es landet beispielsweise im Restmüll oder wird in den Recyclinganlagen aussortiert und schließlich verbrannt. Manches landet auch in der Umwelt – mit katastrophalen Folgen für andere Lebewesen und schließlich uns als Menschen“, sagt Janine Korduan.

Fasten auf Plastik

Die siebenwöchige Fasten-Aktion kann ein guter Einstieg in ein ressourcenschonendes und plastik- sowie müllfreieres Leben sein. Wiederverwendbare Taschen beim Einkaufen nutzen, Unverpackt-Läden, Tupperdosen oder Recup-Becher – die Liste der Möglichkeiten ist lang.

„Plastik-Fasten kann uns bewusst machen, wo wir im Alltag unnötigem Einwegplastik begegnen. Oft wird es nur Minuten benutzt, bevor es im Müll landet. Dabei gibt es Unverpackt- und Mehrweg-Alternativen. Sie sollten selbstverständlich werden“, so Korduan.

Tipps fürs Fasten

Der BUND steht allen Teilnehmenden, die nicht wissen, wo sie anfangen sollen, mit Rat und Tat zur Seite. Unter dem Hashtag #plastikfasten kann jeder seine Tipps und Erfahrungen mitteilen, ein Best-Of gibt es bereits. Der Plastikatlas gibt Hintergrundinformationen zur Plastik-Problematik und eine Karte zeigt, wo verpackungsfrei eingekauft werden kann.

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