
2015 hat sich Hamburg in einem Referendum gegen eine Olympiabewerbung entschieden. Warum sollten sich die Hamburgerinnen und Hamburger diesmal für Olympia entscheiden? Was sind die wichtigsten Unterschiede zur damaligen Bewerbung?
Die Olympiabewerbung von 2015 war stark auf Neubauten und die Entwicklung des neuen Stadtteils Grasbrook im Hafen ausgerichtet. Dieses Vorgehen hat sich grundlegend geändert. Heute steht im Mittelpunkt, die bestehenden Strukturen Hamburgs zu nutzen, statt die Stadt für die Spiele umzubauen.
Der Ansatz lautet nun klar: Nicht die Stadt wird an die Spiele angepasst, sondern die Spiele fügen sich in die Stadt ein. Ein entscheidender Unterschied zur damaligen Bewerbung ist außerdem die umfassende Bürgerbeteiligung. Das aktuelle Konzept ist gemeinsam mit den Hamburgerinnen und Hamburgern entstanden und richtet sich gezielt an ihre Interessen. In allen Bezirken haben offene Veranstaltungen stattgefunden, an denen sich tausende Menschen beteiligt haben. Die dort eingebrachten Ideen bilden heute das Fundament der Bewerbung.
Unterschiede zu 2015
Auch bei den Sportstätten zeigt sich der neue Ansatz deutlich: Der Großteil ist bereits vorhanden. Rund 76 Prozent der Wettkampfstätten existieren schon, während etwa 24 Prozent temporär errichtet werden – etwa ein Beachvolleyball-Stadion auf dem Heiligengeistfeld. Auf kostspielige Neubauten ausschließlich für die Olympischen und Paralympischen Spiele verzichtet Hamburg bewusst.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt in der politischen und finanziellen Absicherung. Während 2015 viele Fragen offenblieben, gibt es heute ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu Olympischen Spielen in Deutschland. Im Koalitionsvertrag wurde Unterstützung zugesichert, und in einer politischen Vereinbarung hat der Bund seine Mitverantwortung für die Finanzierung bekräftigt. Dadurch ist die Kostenplanung deutlich verlässlicher. Auch weil ein Teil der Ausgaben durch Einnahmen wie Ticketverkäufe, Sponsoring und Zuschüsse des IOC refinanziert werden soll.
Auch die Rahmenbedingungen haben sich seitdem verändert. Inwiefern unterscheiden sich heute die Vorgaben von IOC und DOSB von denen vor zehn Jahren?
Seit der Bewerbung vor rund zehn Jahren haben sich die Rahmenbedingungen durch grundlegende Reformen des IOC deutlich verändert. Mit Initiativen wie der Olympic Agenda 2020, der „New Norm“ und der Olympic Agenda 2020+5 hat das IOC eine strategische Neuausrichtung vollzogen. Im Zentrum stehen heute deutlich geringere Investitionen, ein klarer Fokus auf Nachhaltigkeit, mehr Transparenz sowie eine stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Athletinnen und Athleten.
Neue Olympia-Regeln: nachhaltiger, günstiger, flexibler
Dieser Kurswechsel eröffnet neue Möglichkeiten. Olympische Spiele sollen nicht mehr durch aufwendige Neubauten geprägt sein, sondern sich stärker an bestehenden Strukturen orientieren und dabei ökologische sowie soziale Ziele konsequent berücksichtigen. Damit bietet sich die Chance zu zeigen, wie nachhaltige Spiele in einem demokratischen, offenen und vielfältigen Umfeld umgesetzt werden können.
Zugleich verfolgt das IOC inzwischen eine deutlich progressivere gesellschaftliche Agenda. Dazu zählen unter anderem die paritätische Repräsentation der Geschlechter, die Förderung eines Refugee-Teams, die Stärkung von Inklusion sowie die Zielsetzung klimapositive Spiele auszurichten.
Auch personell spiegelt sich dieser Wandel wider. Mit Kirsty Coventry steht erstmals eine Frau und zugleich die erste Person aus Afrika an der Spitze des IOC. Als ehemalige Athletin verkörpert sie das neue Selbstverständnis der Organisation, die stärker auf Nachhaltigkeit, Teilhabe und gesellschaftliche Verantwortung setzt.
Hamburg bewirbt sich erneut gemeinsam mit anderen deutschen Städten. Wo sehen Sie die größten Stärken der Hamburger Bewerbung im Vergleich zu den anderen möglichen Austragungsorten?
Hamburgs größte Stärke im Vergleich zu anderen möglichen Austragungsorten liegt in der einzigartigen Verbindung von Stadt und Spielen. Das Konzept setzt konsequent darauf, bestehende Strukturen zu nutzen, statt neue Großbauten zu errichten. Dadurch entstehen nicht nur deutlich nachhaltigere Spiele, sondern auch besonders kurze Wege für Athletinnen und Athleten sowie für Besucherinnen und Besucher.
Hat Hamburg gute Chancen?

Ein weiterer Vorteil ist die besondere Inszenierung der Wettbewerbe. Temporäre Sportstätten an markanten Orten der Stadt schaffen eine außergewöhnliche Atmosphäre und eindrucksvolle Bilder. Die Spiele würden mitten im urbanen Leben stattfinden – mit Veranstaltungen an zentralen Schauplätzen wie der Binnenalster, was eine offene, zugängliche und festivalartige Stimmung ermöglicht.
Zugleich bringt Hamburg als „Active City“ ein starkes sportliches Fundament mit. Die Stadt verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Ausrichtung internationaler Top-Events und verfolgt eine langfristige Strategie zur Förderung von Sport und Bewegung. In Kombination mit gezielten Investitionen in die Infrastruktur entsteht so ein tragfähiges Konzept, das nicht nur während der Spiele überzeugt, sondern auch langfristig positive Effekte für die Stadt entfaltet.
Viele Bürgerinnen und Bürger äußern vor allem Sorgen über mögliche Kostensteigerungen – Stichwort Inflation, Sicherheitskosten oder generell unkalkulierbare Großbauprojekte. Können Sie diese Sorgen nachvollziehen und wie realistisch ist es, dass die Kosten am Ende deutlich höher ausfallen?
Die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger über mögliche Kostensteigerungen sind verständlich, gerade mit Blick auf Erfahrungen früherer Großprojekte. Für die aktuelle Bewerbung lassen sich diese Befürchtungen jedoch weitgehend entkräften.
Eine erhöhte allgemeine Preissteigerung durch Olympische und Paralympische Spiele ist empirisch nicht belegt. Es gibt keine belastbaren Hinweise darauf, dass etwa Mieten in Ausrichterstädten dauerhaft stärker steigen als in vergleichbaren Städten ohne Spiele. Zwar zeigen ältere Studien – etwa von Gabriel Ahlfeldt und Wolfgang Maennig aus den Jahren 2007 und 2009 –, dass es lokal zu Mietanstiegen kommen kann, insbesondere dort, wo neue Wettkampfstätten oder umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen entstehen. Genau hier setzt das Hamburger Konzept aber an. Denn es verzichtet bewusst auf große Neubauten und zusätzliche Infrastrukturprojekte ausschließlich für die Spiele. Entsprechend ist auch kein vergleichbarer Preisdruck zu erwarten.
Kosten, Risiken – und wer am Ende zahlt
Im Gegenteil: Es ergeben sich sogar Chancen für zusätzlichen Wohnraum. Im Rahmen der geplanten Entwicklung der Science City Hamburg Bahrenfeld soll auf städtischen Flächen ein vielfältiges und bezahlbares Wohnungsangebot für 8.000 Menschen entstehen. Vorgesehen ist dabei ein Anteil von rund 56 Prozent geförderter Wohnungen – ein klarer Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes.

Insgesamt ist das Kostenrisiko heute deutlich besser kontrollierbar als früher. Der Verzicht auf Großbauprojekte, die Nutzung bestehender Infrastruktur und die veränderten Rahmenbedingungen durch das IOC tragen dazu bei, dass unkalkulierbare Kostensteigerungen wesentlich unwahrscheinlicher sind. Zudem wurden die Kosten von Anfang an voll berücksichtigt und auch bei den Investitionen ein Puffer von 35 Prozent eingeplant.
Falls es tatsächlich zu Mehrkosten kommen sollte: Wer würde diese am Ende tragen – die Stadt Hamburg, der Bund oder andere Partner?
Olympische und Paralympische Spiele verursachen selbstverständlich Kosten, gleichzeitig stehen diesen aber auch erhebliche Einnahmen und langfristige wirtschaftliche Impulse gegenüber, die Investitionen in Stadt, Region und Infrastruktur ausgleichen können.
Der größte Kostenblock liegt in den Organisations- und Durchführungskosten. Diese werden aktuell auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt. Dem gegenüber stehen prognostizierte Einnahmen von etwa 4,9 Milliarden Euro, unter anderem aus Ticketverkäufen, Sponsoring und Beiträgen des IOC. Rein rechnerisch ergibt sich damit derzeit sogar ein Überschuss von rund 100 Millionen Euro. Dieser soll gezielt in den Breitensport fließen, etwa in die Modernisierung von Sportstätten und die Förderung des Vereinssports in Hamburg.
Mehrkosten müssen wie in Paris durch Mehreinnahmen oder Kostensenkungen ausgeglichen werden. Wichtig ist außerdem, dass auflaufende finanzielle Belastungen geteilt werden. Anders als bei der Bewerbung 2015 gibt es heute ein klares Bekenntnis der Bundesregierung sich an den Kosten zu beteiligen.
Olympia als Wirtschaftsfaktor
Kritiker sagen, Hamburg könne sich Olympische Spiele nicht leisten. Sie selbst sagten bei einer Informationsveranstaltung, Hamburg könne sich ohne Olympia nicht alle geplanten Projekte leisten. Wie wichtig wäre eine erfolgreiche Bewerbung aus Ihrer Sicht für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt?
Eine erfolgreiche Bewerbung wäre aus wirtschaftlicher Sicht vor allem deshalb wichtig, weil sie Hamburg ermöglicht, zusätzliche Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und Stadtentwicklung gezielt in die eigene Stadt zu holen.
Anders als 2015 wird Deutschland insgesamt mit einer Stadt in das internationale Bewerbungsverfahren gehen. Das bedeutet: Langfristige Investitionen, die ohnehin im Rahmen Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland stattfinden, würden entweder nach Hamburg fließen – oder an einen anderen deutschen Austragungsort gehen. Es geht also nicht um die Frage „ob“ investiert wird, sondern „wo“.
Für Hamburg ergibt sich daraus ein klarer wirtschaftlicher Hebel: Mit einer erfolgreichen Bewerbung könnten zentrale Zukunftsprojekte beschleunigt umgesetzt werden – von U- und S-Bahn-Ausbau über moderne Sport- und Veranstaltungsstätten bis hin zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Diese Investitionen wirken dabei weit über die Spiele hinaus und stärken Hamburg als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Logistikstandort langfristig.
Ein Booster für Hamburg
Gerade deshalb ist die Bewerbung nicht nur ein Sportprojekt, sondern auch eine strategische Standortentscheidung mit direkter wirtschaftlicher Wirkung für die Stadt.

Viele Projekte, die im Zusammenhang mit Olympia genannt werden – etwa Infrastrukturmaßnahmen – stehen ohnehin auf der Agenda der Stadt. Was würde durch Olympische Spiele konkret schneller oder zusätzlich umgesetzt werden?
Viele der angesprochenen Projekte stehen tatsächlich bereits auf der Agenda der Stadt. Olympische und Paralympische Spiele würden hier jedoch als klarer Beschleuniger wirken.
Hamburg investiert schon seit Jahren konsequent in Sportstätten, Mobilität, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung. Mit den Spielen würden diese Vorhaben aber schneller umgesetzt, stärker priorisiert und häufig noch ambitionierter – etwa im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Innovation – geplant. Zudem eröffnet eine Olympiabewerbung die Möglichkeit, zusätzliche Mittel des Bundes gezielt nach Hamburg zu lenken.
Konkret betrifft das zentrale Infrastrukturprojekte wie die Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs, den Ausbau neuer U- und S-Bahn-Linien wie U5 und S6, mehr Raum für den Rad- und Fußverkehr sowie eine moderne, digitale Verkehrssteuerung. Durch die nationale Bedeutung der Spiele würden diese Maßnahmen nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch politisch priorisiert.
Was Hamburg langfristig gewinnt
Olympia sorgt damit nicht für völlig neue Projekte „aus dem Nichts“, sondern dafür, dass wichtige bestehende Vorhaben schneller, umfassender und mit zusätzlicher Unterstützung umgesetzt werden können.
Was würde Hamburg insgesamt durch Olympische und Paralympische Spiele gewinnen – über den Sport hinaus?
Olympische und Paralympische Spiele würden Hamburg weit über den Sport hinaus voranbringen – und das auch messbar. Im Zentrum stehen Investitionen in bestehende Infrastruktur: Der Ausbau von U- und S-Bahn, moderne Sportanlagen und nachhaltige Stadtentwicklung kommen direkt der Bevölkerung zugute. Gleichzeitig stärken gezielte Programme – etwa mehr Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche – langfristig Gesundheit und Teilhabe.
Die Paralympischen Spiele sorgen zudem für konkrete Fortschritte bei Inklusion und Barrierefreiheit und machen Hamburg spürbar altersgerechter.
Auch wirtschaftlich sind die Effekte belegt: Bei den Olympische Sommerspiele 2024 lag der Netto-Wirtschaftseffekt bei rund 7,1 Milliarden Euro, bei einem Auftragsvolumen von etwa 5 Milliarden Euro – rund 90 Prozent davon gingen an heimische Unternehmen, etwa 80 Prozent an kleine und mittlere Betriebe.
Kurz gesagt: Olympia liefert nicht nur Visionen, sondern konkrete, belegbare Mehrwerte für Stadt, Wirtschaft und Gesellschaft

Was würde der Hamburger Westen konkret gewinnen?
Der Hamburger Westen würde durch die Spiele ganz konkret in zwei Bereichen profitieren: Mobilität und Sportinfrastruktur.
Was gewinnen die Elbvororte durch Olympia?
Verkehrlich wird der Westen deutlich besser an die Innenstadt und zentrale Spielorte angebunden. Geplant sind in der gesamten Metropolregion über 30 neue Schnellbahnhöfe im ausgebauten U- und S-Bahn-Netz sowie die Modernisierung zahlreicher bestehender, barrierearmer Stationen. Ergänzt wird das durch 120 Kilometer neue Radrouten, eine Premium-Bike-Lane und ein stark ausgebautes System aus 10.000 Leihrädern an 600 Stationen sowie Mobilitäts-Hubs mit Fahrrädern, Scootern und autonomen Shuttles überall in der Stadt. Gerade der Ausbau der S6 wird für den Hamburger Westen ein großer Fortschritt sein.
Sportlich profitiert der Westen durch die engere Einbindung in das olympische Geschehen. Durch das Olympische Dorf in Bahrenfeld und die hervorragende Erreichbarkeit von Sportstätten und temporären Veranstaltungsorten wird der Bereich stärker Teil des sportlichen Alltags. Gleichzeitig wirkt der Ausbau der Infrastruktur langfristig auch auf Vereine und den Breitensport. Denn Wege zu Anlagen werden einfacher und attraktiver und Sportangebote sind besser erreichbar. Die zahlreichen olympischen und paralympischen Trainingsstätten kommen den Menschen vor Ort zugute. Und mit der Modernisierung des Derbyparks in Klein Flottbek werden die Weichen für internationalen Spitzensport direkt vor Ort langfristig gestellt.
Kurz gesagt: Der Hamburger Westen gewinnt messbar bessere Anbindung, moderne Mobilität und einen nachhaltigen Schub für den Sport im Alltag.
Gerade aus Sportvereinen kommt viel Zuspruch für eine Bewerbung. Welche konkreten Vorteile hätte der Breitensport in Hamburg? Gibt es geplante Modernisierungen oder neue Trainingsstätten, die ohne Olympia kaum realisierbar wären?
Der Breitensport in Hamburg würde durch eine Olympiabewerbung nachhaltig profitieren, vor allem durch zusätzliche Investitionen, modernisierte Anlagen und dauerhaft nutzbare Infrastruktur.
Bereits heute investiert Hamburg im Rahmen der „Active City“-Strategie zwischen 2020 und 2030 über eine Milliarde Euro in die Sportinfrastruktur. Olympische und Paralympische Spiele würden diese Entwicklung noch einmal deutlich verstärken. Denn rund 100 Sportstätten als olympische und paralympische Trainingsstätten könnten zusätzlich modernisiert werden und stünden danach dauerhaft Vereinen, Schulen und Sportlerinnen und Sportlern zur Verfügung.
Schub für Vereine und Breitensport
Ein wichtiger Effekt ist dabei die konsequente Nachnutzung. Temporäre Sportanlagen würden nicht abgebaut, sondern in Stadtteile integriert und weiterverwendet – etwa durch Sportböden, Geräte, Skaterampen oder Kletterelemente, die das lokale Angebot direkt erweitern.
Hinzu kommen neue oder weiterentwickelte Leuchtturmprojekte wie die Sport- und Eventarena am Huckepackbahnhof in Rothenburgsort sowie das Multifunktionsstadion im Volkspark. Letzteres wird nach den Spielen zu einer modernen Arena für Breiten- und Spitzensport, aber auch für Kultur und Veranstaltungen weiterentwickelt und stärkt damit dauerhaft die Hamburger Sportlandschaft.
Olympia würde nicht nur kurzfristige Sportevents bringen, sondern vor allem einen spürbaren, langfristigen Schub für den Breitensport in allen 104 Stadtteilen, indem auch das Ehrenamt gestärkt wird, Menschen als Volunteers für den gesellschaftlichen Einsatz begeistert und die ganze Stadt den Sport in den Fokus nimmt.

Bei großen Sportereignissen werden auch Themen wie Nachhaltigkeit, Verkehr und Lebensqualität diskutiert. Wie soll sichergestellt werden, dass Olympische Spiele in Hamburg möglichst klimafreundlich und stadtverträglich umgesetzt werden können?
Hamburg würde Olympische und Paralympische Spiele nutzen, um erstmals ein konsequent klimafreundliches und stadtverträgliches Großevent dieser Größenordnung umzusetzen, mit klaren, konkreten Vorteilen für die Stadt.
Kann Olympia nachhaltig sein?
Der wichtigste Vorteil: Wir bauen nicht neu, sondern setzen konsequent auf bestehende Sportstätten. Das reduziert Flächenverbrauch, Emissionen und Kosten deutlich. Das Olympische Dorf in der Science City Hamburg Bahrenfeld schafft dabei zusätzlich dringend benötigten, nachhaltigen Wohnraum mit langfristigem Nutzen.
Auch im Alltag der Stadt würden die Spiele spürbare Verbesserungen bringen. Ein CO₂-freies Mobilitätskonzept, 100 Prozent erneuerbare Energien und zirkuläres Bauen sorgen dafür, dass die Spiele nicht nur temporär „grün“ sind, sondern langfristige Standards für Hamburg setzen.
Ein zentrales Plus ist das „Olympische Band“. Es verbindet Grünzüge, Parks und Sportstätten vom Volkspark bis zur Dove-Elbe. Dadurch macht es Hamburg dauerhaft grüner, besser vernetzt und lebenswerter – weit über die Spiele hinaus.
Hinzu kommt: Die aktuellen IOC-Reformen verlangen erstmals verbindliche Nachhaltigkeitsziele mit klarer Messbarkeit. Das ermöglicht eine echte Steuerung und Kontrolle der ökologischen Wirkung – statt nur freiwilliger Standards.
Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen bereits die Olympische Sommerspiele 2024, die ihren CO₂-Ausstoß im Vergleich zu früheren Spielen deutlich reduzieren konnten. Hamburg würde diesen Weg nicht nur fortsetzen, sondern weiterentwickeln – hin zu klimapositiven Spielen mit langfristigem Stadtnutzen.